Die Nachfrage nach Tests auf das Coronavirus ist kurz vor Ostern explodiert. Dennoch sprechen die Kantone nicht von einer Auslastung in Sachen Corona-Tests.
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Die Nachfrage nach Schnelltests auf das Coronavirus ist kurz vor Ostern gestiegen. (Symbolbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Kurz vor Ostern wollen sich viele Schweizer testen lassen.
  • Die Kantone haben genügend Kapazitäten, um noch mehr Personen zu testen.
  • Hygieneregeln wie Händewaschen und Abstand halten gelten trotz Tests weiterhin.

Testen, testen, testen, so heisst die aktuelle Strategie des Bundes im Kampf gegen das Coronavirus. Und viele nehmen sich dies zu Herzen.

Sei es wegen des anstehenden Familienfests zu Ostern oder den Reiseplänen über die Festtage: Die Nachfrage in der Bevölkerung nach Corona-Tests ist riesig. Die Anfragen würden förmlich explodieren, erklärte eine Berner Apothekerin vor einer Woche. Die Kapazitäten seien «längst überschritten.»

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Abstrich-Röhrchen werden in einem Drive-In Testzentrum vom Personal überreicht. - dpa

Bei den Kantonen selbst sieht man dies hingegen gelassen. «Vor allem in Zusammenhang mit den Testungen rund um Reisen scheint eine Zunahme der Testungen feststellbar zu sein.» Dies erklärt nun Anne Tschudin, Medienverantwortliche beim Gesundheitsdepartement Basel-Stadt. Im Moment gäbe es aber genügend Testmöglichkeiten in der Stadt.

Keine Auslastung in Kantonen

Auch Zürich stellt eine Zunahme fest. «Wir vermerken einen starken Anstieg der Testnachfragen und eine entsprechende Auslastung der Teststellen», erklärt Jérôme Weber, Mediensprecher der Gesundheitsdirektion Zürich. Dies insbesondere seit dem Aufruf des Bundes zum vermehrten Testen und der Möglichkeit der Gratis-Antigenschnelltestung.

«Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Tests in dieser Woche aufgrund der bevorstehenden Ostertage noch weiter zunehmen wird.»

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Eine Frau kontrolliert den Eingang zum Coronavirus-Testzentrum in Zürich. - Keystone

Doch von einer Überlastung spricht Weber nicht. Bereits vor Weihnachten hatte Zürich eine deutliche Nachfragesteigerung nach Tests. Diese konnte damals aber bewältigt werden.

Neu Antigen-Schnelltests im Bahnhof Bern

Trotz hoher Nachfrage ist gemäss Gundekar Giebel, Sprecher der Berner Gesundheitsdirektion, auch Bern derzeit weit entfernt von einer Überlastung. Trotzdem würden im Kanton die Kapazitäten kurz vor Ostern erhöht. Nicht zuletzt, da gestern Sonntag das Berner Drive-In in Belp geschlossen wurde.

So entsteht ab Mittwoch und über die Ostertage im Bahnhof Bern ein temporäres Test-Pop-up. Und auch im Testzentrum Bernexpo hat man die Kapazitäten erhöht.

Im Kanton Luzern habe man «genügend Möglichkeiten sich testen zu lassen – auch kurzfristig und ohne Voranmeldung.» Dies sagt David Dürr, Leiter der Dienststelle Gesundheit und Sport. Ebenso sollte es im Kanton Aargau zu keinen Verzögerungen bei den Tests kommen.

«Die Leistungserbringer passen ihr Angebot der Nachfrage an. Das hat bisher gut funktioniert», meint Michel Hassler, Kommunikationsverantwortlicher beim Aargauer Gesundheitsdepartement.

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Im Drive-in-Testzentrum auf dem Bernexpo-Areal werden Personen auf das Coronavirus getestet. (Archivbild) - Keystone

Trotzdem sei eine frühzeitige Anmeldung oder eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit der Hausarztpraxis sinnvoll, so Hassler. Weber empfiehlt, sich «frühzeitig zu informieren, wo man sich testen lassen kann und ob es dort noch freie Termine gibt». Abzuklären sei auch, ob man spontan vorbeikommen könne.

An welchen Orten PCR-Tests, respektive Antigenschnelltests durchgeführt werden, dazu informieren die Kantone ausführlich auf ihren Webseiten. Zudem sind auch jeweils die Arztpraxen, Apotheken, Spitäler und weiter Test-Points aufgeführt.

Ohne Symptome des Coronavirus reicht Antigenschnelltest

In den meisten Fällen reiche ein Antigenschnelltest auf das Coronavirus, meint Weber. «Das Resultat ist jedoch immer eine Momentaufnahme. Beim Auftreten von Symptomen sollte man sich auf jeden Fall erneut testen lassen.» Und bei Risikopatienten sei ein PCR-Test sinnvoll.

Ohnehin, so Giebel in Bern, mache ein PCR-Test kurz vor dem Familienfest am Karfreitag oder Ostern kaum mehr Sinn. Dies, da das Ergebnis bei den PCR-Tests erst nach zwei bis drei Tagen erfolge. «Wenn keine Symptome vorliegen, empfiehlt sich darum ein Antigenschnelltest, wie sie nun unter anderem beim Bahnhof Bern vorgenommen werden können.»

Händewaschen bleibt wichtig

Doch nebst dem Testen auf das Coronavirus muss weiterhin auf die gängigen Massnahmen geachtet werden, betonen die Kantone. Auch an Ostern müssten die Schutz- und Hygienemassnahmen aufgrund des Coronavirus streng befolgt werden.

Händewaschen
Hygienemassnahmen wie Händewaschen bleiben weiterhin zentral. Im Rahmen einer Studie wurden Probenaden dazu befragt.(Symbolbild) - dpa

«Besonders bei den nun wieder möglichen breiteren Kontakten im privaten Rahmen sollte gut auf die Schutzregeln geachtet werden», so Tschudin. Heisst: Auch beim Familienfest gilt genügend Abstand halten, regelmässig Hände waschen und Desinfizieren.

Die Schnelltestung vor den Ostertagen könne hier ein weiteres Schutzelement sein. «Zu beachten ist aber unbedingt, dass ein negatives Testergebnis keine hundertprozentige Sicherheit geben kann. »

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