Coronavirus: In Zürich & Waadt sind am meisten Menschen in Isolation

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Bern,

    In den Kantonen Waadt und Zürich sind über 25'000 Menschen wegen Corona in Isolation. Die Kontrolle durch das Contact Tracing ist da kaum mehr möglich.

    Coronavirus
    Wer in Isolation ist, muss auf nette Nachbarn hoffen. Doch diese müssen neu nur noch Vorräte für fünf Tage bringen. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In den Kantonen Zürich und Waadt befinden sich über 25'000 Menschen in Isolation.
    • In den Kantonen Genf und Graubünden ist es eine von 25 Personen.
    • Der Bundesrat hat die Dauer der Isolation am Mittwoch auf fünf Tage verkürzt.

    Der Bundesrat hat am Mittwoch in seiner ersten Sitzung des Jahres entgegen dem Trend in Europa entschieden: Trotz rekordhoher Infektionszahlen mit dem Coronavirus verschärft die Regierung nicht – sondern lockert. Die Isolation und Quarantäne werden auf fünf Tage verkürzt. Damit bewahrt die Regierung tausende Menschen vor Tagen in Einsamkeit.

    Wie eine Umfrage von «10vor10» ergeben hat, befinden sich rund 165'000 Menschen wegen eines positiven Tests auf Corona in Isolation. Dies geht aus den Antworten von 24 Kantonen hervor. Spitzenreiter sind die Kantone Waadt (26'880), Zürich (25'997) und Genf (20'439).

    Auch im Verhältnis zur Bevölkerung liegt Genf mit 4,04 Prozent in den Top Drei. Nur im Kanton Graubünden (4,12%) ist ein grösserer Anteil der Bevölkerung in Isolation. Auf Rang drei folgt der Kanton Tessin mit 3,9 Prozent.

    Die hohen Isolationszahlen bringen nicht nur die Wirtschaft in eine schwierige Situation, sondern auch das Contact Tracing. Wie Urs Martin gegenüber «10vor10» sagt, machten die Kantone «sicherlich keine vollständigen Kontrollen». Telefonisch werde noch kontrolliert, zudem gehe das Contact Tracing vereinzelt Hinweisen nach, so der Präsident der Ostschweizer Gesundheitsdirektorenkonferenz.

    Corona: Bei Verstoss gegen Isolation drohen hohe Bussen

    Von den fehlenden Kontrollen profitieren jene Personen, die sich nicht an die Isolationsanordnungen halten – und davon gibt es viele. Die Bündner Kantonsärztin, Marina Jamnicki, berichtet von Hausärzten, die ihre mit Corona infizierten Patienten im Laden antreffen.

    Dieses Verhalten kann – wenn es denn entdeckt wird – aber zu hohen Bussen führen. Wer die Isolationsanordnung vorsätzlich ignoriert, kann mit bis zu 10'000 Franken gebüsst werden.

    Haben Sie schon gegen die Isolations- oder Quarantäneanordnung verstossen?

    Mit der bundesrätlichen Verkürzung der Isolationsdauer sollte sich die Zahl der Personen in Isolation bald deutlich senken. Da dürften Contact Tracing und Wirtschaft aufatmen.

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