Boxing Day in Bern: Kommt Peña einem WM-Kampf grosses Stück näher?
Am Stephanstag steigt der Ostermundiger Angelo Peña im Berner Kursaal zum 13. Mal als Profi in den Ring. Seine bisherigen zwölf Kämpfe konnte er gewinnen.

«Ich will Weltmeister werden und so lange boxen, wie es mir möglich ist.» Diese Zielsetzung ist nicht bescheiden, doch bisher hat Angelo Peña nicht nur gesprochen, sondern auch geliefert. In seinen bisher zwölf Kämpfen hat der Gegner den Ring stets geschlagen verlassen müssen.
Jeo Santisima, der sich selbst Santino nennt, «Der Heilige», ist im Ring das Gegenteil eines Heiligen. Von seinen bisher 34 Kämpfen hat er deren 26 gewonnen und was besonders beeindruckend ist, nicht weniger als 22 Mal durch Knockout.

Einmal erhielt er die Chance, den WBO-Weltmeistertitel zu gewinnen, doch scheiterte der Philippiner. Am 28. Februar 2020 unterlag er dem Mexikaner Emanuel Navarrete in Las Vegas. Santisima, am Stephanstag Gegner Peñas, verlor gegen Navarrete in der 11. Runde durch K.o.
Dies ist deshalb wichtig, weil so ein Direktvergleich zwischen den beiden Boxern möglich wird und sich Peña im Fall eines Siegs die Türen zu einem WM-Fight weit öffnen würden.
Vorbereitung in Las Vegas
Wie vor seinen letzten Kämpfen hat sich der ambitionierte Ostermundiger erneut in Las Vegas bei der kubanischen Trainerlegende Ismael Salas vorbereitet. Peña ordnet dem Boxen alles unter und geht keiner Arbeit nach, um noch intensiver und seriöser sein Lebensziel zu erreichen.
Vom 24. Oktober bis 12. Dezember weilte Peña im amerikanischen Gambler-Paradies. Sein Manager, Leander Strupler, Inhaber von Swiss Pro Boxing: «Dort steht regelmässig gutes Sparring auf dem Programm. Kein Boxer hält sich zurück, es wird gekämpft und gefightet, als ginge es um einen WM-Titel. Keiner gibt nach, es geht voll zur Sache. Angelo Peña lebt seinen Traum, er ist bereit, dafür alles zu geben und das ist hartes Brot. Aber sollte er Santisima schlagen, kommt er als derzeitige Nummer 7 im WBO-Ranking einem WM-Kampf einen grossen Schritt näher.»
Persönlich
Angelo Rafael Peña wurde am 30. September 1994 Madrid geboren und wuchs in der Dominikanischen Republik auf. Sein Vater, sein Onkel, seine Brüder und Cousins sind oder waren alle Boxer. Er kam mit acht Jahren nach Ostermundigen, ist verlobt und als Amateur dreifacher Schweizermeister. Als Profi hat er bisher zwölf Kämpfe bestritten und alle gewonnen, sieben durch K.o. Er wird von Leander Strupler, Swiss Pro Boxing, gemanagt.
Was passiert, sollte er seine erste Niederlage einstecken? «Daran wage ich gar nicht zu glauben, dann wird es ganz schwierig, um noch jemals um den Titel kämpfen zu können», so Strupler. Verständlich, denn mit 31 Jahren ist Peña nicht mehr der Jüngste.
Das Juwel Félix Meier
Hinter Peña hat Manager Strupler mit Félix Meier ein weiteres Juwel in seinem Boxstall. Der erst 21-jährige Romand, der auch perfekt Deutsch spricht, war einige Male Schweizer Amateurmeister und hat seit seinem Profidebut vor einem Jahr bereits sechs Kämpfe bestritten und alle gewonnen.
Er trainiert bei Alain Chervet, dem ehemaligen Profi bei den «Boxing Kings», und hat die Fähigkeit, hohe Ziele zu erreichen. «Sein Weg ist noch jung, aber die Perspektive klar: mittelfristig eine Europameisterschaft, langfristig der Anspruch, das Schweizer Boxen in ein neues Jahrzehnt zu führen. Manche sehen in ihm schon jetzt das Potenzial, eine Euphorie auszulösen, wie sie die Schweiz zuletzt in den Zeiten von Fritz Chervet erlebt hat», sagt Strupler dem Vaudois eine grosse Zukunft voraus.

Neben Peña und Meier hat Leander Strupler ein hervorragendes Programm zusammengestellt, es verspricht im Kursaal ein Nachmittag zu werden, wie ihn Boxfreunde in der Schweiz seit vielen Jahren nicht mehr vorgesetzt bekamen.
Sollten Peña und Meier weiterhin auf der Erfolgswelle reiten, ist abzusehen, dass Bern wieder zu einer Box-Hochburg wird, wie zu Zeiten der Chervet, Hebeisen, Corpataux und Studer.
WM-Kampf von Boxerin Timar
Die Basler Profiboxerin Gabriela «Balboa» Timar erhält am Boxing Day in der Kursaal Arena in Bern ihre erste WM-Chance – und könnte als erste Schweizerin überhaupt einen Weltmeistertitel eines grossen Verbands gewinnen.
Die 39-Jährige boxt im Atomgewicht (bis 46,2 Kilo) um den vakanten WBO-Titel gegen die ungeschlagene Japanerin Marina Loreto. Sie hat noch nie ausserhalb Japans geboxt und von ihren bisher zehn Kämpfen deren acht gewonnen.
Das Programm am Boxing-Day
Beginn der Kämpfe im Kursaal um 15 Uhr.
Hauptkampf im Superfedergewicht um den WBO-Interkontinental-Titel, 10 Runden: Angela Peña (Sz/Dominikanische Republik) – Jeo Santisima (Philippinen).
Frauen, Atomgewicht, WBO-Titelkampf: Gabriela Balboa Timar (Sz) – Titelhalterin Marina Loreto (Jap).
Superweltergewicht, 8 Runden: Félix Meier (Sz) – Ernest Ampah (Ghana).
Leichtgewicht, 6 Runden: Christopher Mouafo (Sz/Kamerun) – Eduardo Bajak (De/Bra).
Halbschwer, 8 Runden: Georgi Tanchev (Sz/Bulgarien) - Stephen Ackon (Ghana).
Superwelter, 4 Runden: Gianni Passanante (Sz/It) – Ales Odraska (Slowakei).
Mittelgewicht, 6 Runden: Adam Messibah (Sz) – Yaya Kone (It).
Schwergewicht, 6 Runden: Mehdi Ben Hamira (Sz) – Kevin Masirika (Eng).
Der Schweizermeisterschaftskampf im Cruisergewicht zwischen Benoit Huber und Shcipjon Hoti entfällt. Grund sind eine Hirnerschütterung sowie eine Trommelfellverletzung bei Benoit Huber, die er sich am 14. November bei seinem Einsatz in Kopenhagen zugezogen hat.
Tickets ab CHF 69.– im Vorverkauf über swissproboxing.ch erhältlich.








