Coronavirus: BAG beobachtet Ausbreitung von Indien-Mutation genau

    Raphael Wyder
    Raphael Wyder

    Bern,

    In der Schweiz sind dem Bundesamt für Gesundheit bislang 20 Fälle der indischen Variante des Coronavirus bekannt. Lässt sich die Ausbreitung noch stoppen?

    Alain Berset Coronavirus
    Bundesrat Alain Berset besichtigt das Impfzentrum Schloss Charlottenfels, am Montag, 17. Mai 2021, in Schaffhausen. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In der Schweiz sind bislang 20 Fälle der indischen Mutation aufgetaucht.
    • Die Dunkelziffer von B.1.167 dürfte aber höher ausfallen.
    • Beim BAG gibt es derzeit noch keinen Grund zur Sorge.

    Die indische Variante des Coronavirus hat sich mittlerweile in über zehn europäischen Ländern festgesetzt, allen voran in Grossbritannien. Bereits in 24 Prozent aller dort sequenzierten Coronavirus-Proben von Infizierten finden Experten die Mutation B.1.617.

    Auch in der Schweiz kursiert die laut WHO «besorgniserregende» Mutation: Bis letzten Freitag registrierte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 20 Fälle, ein grosser Teil in Genf. Jede Woche werden gemäss BAG 2000 Genome sequenziert, also das gesamte Erbgut der Viren untersucht. Die Dunkelziffer der indischen Variante dürfte wohl höher ausfallen, Schnelltests werden nämlich nicht sequenziert.

    Coronavirus - Schweiz
    Ein COBAS-Analysegerät zur Erkennung von Mutationen des neuartigen Coronavirus bei PCR-Tests in einem Forschungsinstitut für Mikrobiologie. - dpa

    Beim BAG gibt es derzeit keinen Grund zur Sorge. «Aber wir beobachten die Ausbreitung genau», sagt eine Mediensprecherin auf Anfrage. Das Contact-Tracing hat man in Genf mittlerweile verstärkt. Doch reicht das?

    Schliesslich will niemand, dass sich die Situation von Ende letzten Jahres wiederholt. Damals verbreitete sich die Britische Mutation von Südengland so stark aus, dass sie das Ursprungsvirus fast vollständig verdrängt hat. Inzwischen stecken sich in der Schweiz über 92 Prozent der Infizierten mit der britischen Variante des Coronavirus an.

    Möglichst viel gegen Coronavirus impfen

    Pauline Vetter, Infektiologin am Universitätsspital Genf, hat im SRF-Interview eine Antwort auf die Frage: «So viele Leute impfen wie möglich.» Laut der BAG-Sprecherin zeigen neuste Daten aus Oxford, dass die in der Schweiz verwendeten Impfstoffe gut gegen die Mutation funktionieren sollten.

    Bernexpo Impfung Coronavirus
    Impfwillige Personen im Empfangsbereich im Impfzentrum Bernexpo, am Montag, 10. Mai 2021, in Bern. - Keystone

    Vetter schliesst aber nicht aus, dass man eine dritte Impfdosis extra der indischen Variante des Coronavirus anpassen muss. Doch bei jetzigem Kenntnisstand scheint dies relativ unrealistisch. Eine Studie aus Indien selber attestiert der britischen Astrazeneca-Impfung eine Wirksamkeit von 97 Prozent bei der indischen Variante.

    Kommt bald eine Einreisebeschränkung für die Briten?

    Ein anderer Lösungsweg kommt aus der Politik. «Wir dürfen keine Berührungsängste haben, was Einreiserestriktionen anbelangt», spricht BDP-Nationalrat Lorenz Hess die Situation in Grossbritannien bei «20 Minuten» an.

    Zurzeit befindet sich Grossbritannien nicht auf der BAG-Liste der Risikoländer. Das BAG beobachtet die Lage auf den britischen Inseln aber genau, so die Sprecherin. «Wir werden bei Bedarf auch Einreisebeschränkungen verfügen.»

    Coronavirus indische Mutation
    Der erste Fall einer Ansteckung mit der Coronavirus-Mutation aus Indien ist in der Schweiz im April festgestellt worden. Es handelte sich um einen Passagier, der via einen Transitflughafen e - Keystone

    Doch was, wenn sich die indische Variante trotz des Impffortschrittes und möglichen Einreiserestriktionen weiterverbreitet? «Würde sich die epidemiologische Lage verschlechtern, wäre auch eine Rückkehr zu strengeren Massnahmen denkbar», lässt das BAG verlauten.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Coronavirus - Grossbritannien
    119 Interaktionen
    Gefahr für Schweiz?
    Coronavirus - Indien
    50 Interaktionen
    Good News
    malediven coronavirus
    48 Interaktionen
    BAG-Update
    Flusskreuzfahrten
    2 Interaktionen
    Schönste Zeit

    MEHR CORONAVIRUS

    x
    34 Interaktionen
    Covid-Impfung
    Sportler
    40 Interaktionen
    Xhaka-Hammer
    Impfung Covid
    50 Interaktionen
    Covid-19
    Luftfahrt
    9 Interaktionen
    Passagierzahlen

    MEHR AUS STADT BERN

    YB
    2:1 in Aarau
    SCB
    Trotz Bieler Avancen
    Andreas Raabe
    3 Interaktionen
    Inselspital Bern