Raclette

    Bund entwickelt veganes Raclette – Walliser hässig

    Riccardo Schmidlin
    Riccardo Schmidlin

    Sion,

    Eine vegane Alternative für Raclette aus Schweizer Forschung sorgt für politischen Zündstoff. Jetzt muss sich sogar der Bundesrat damit befassen.

    Raclette
    Der Bund hat eine pflanzliche Raclette-Alternative entwickelt und macht so viele hässig. - Acroscope

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine vegane Raclette-Alternative aus Sonnenblumenkernen sorgt für politischen Zündstoff.
    • Besonders im Wallis sieht man das traditionelle Raclette gefährdet.
    • Das Raclette-Thema erreicht nun sogar den Bundesrat.

    Raclette gilt als Schweizer Kulturgut. Doch eine pflanzliche Alternative sorgt derzeit für politischen Zündstoff. So sehr, dass sich nun sogar der Bundesrat damit befassen muss.

    Auslöser ist ein Forschungsprojekt des Bundesinstituts Agroscope, wie der «Tagesanzeiger» berichtet. Die Einrichtung entwickelte eine «leckere pflanzliche Raclette-Alternative» aus Schweizer Sonnenblumenkernen.

    Bund steuert 105'000 Franken für Forschung bei

    Für das Projekt standen insgesamt 470’000 Franken zur Verfügung, davon steuerte Agroscope 105'000 Franken bei.

    Greifst du bei einem veganen Raclette zu?

    Der lokale Rohstoff entsteht als Nebenprodukt bei der Ölpressung geschälter Sonnenblumenkerne. Für die Herstellung, die bewusst handwerklich erfolgt, werden die Zutaten zunächst unter Rühren erhitzt.

    Danach kühlt man sie auf Fermentationstemperatur, versetzt sie mit einer Milchsäurebakterienkultur und lässt sie in der Form bei Raumtemperatur fermentieren.

    Veganes Raclette wird zum Politikum

    Im Wallis löste die Nachricht heftige Reaktionen aus. Besonders laut meldete sich der Walliser Raclette-Papst Eddy Baillifard zu Wort.

    Für ihn sei das Käsegericht weit mehr als nur ein Essen – es sei ein Lebensgefühl. Genau dieses sieht er durch die Forschung gefährdet.

    Raclette
    Der lokale Rohstoff für das vegane Raclette entsteht als Nebenprodukt der Ölpressung geschälter Sonnenblumenkerne. - Acroscope

    «Es ist doch nicht die Aufgabe von Agroscope, ein veganes Raclette zu erfinden», sagt er dem «Tagesanzeiger».

    Das Thema wurde rasch zum Politikum: Die Walliser Mitte-Ständerätin Marianne Maret verlangt vom Bundesrat eine Erklärung, weshalb Agroscope das Raclette konkurrenziere.

    Der Bundesrat wird nächste Woche im Parlament Stellung nehmen.

    Wer mit dem veganen Käse nichts anfangen kann, findet Trost bei klassischen Tipps: Urs Guntern, Direktor der Sortenorganisation Raclette du Valais AOP, gab bei Nau.ch kürzlich wertvolle Hinweise zum perfekten Gelingen.

    So sollte man den Käse nicht stark mit Pfeffer oder Paprika würzen, bevor man ihn probiert.

    «Denn der Käse hat so viel Eigengeschmack. Mit zu viel Gewürzen riecht man die frische Milch, die Butter und die Alpenflora gar nicht heraus», sagt er.

    Wichtig seien zudem kleine Portionen, damit der Käse nicht zu schnell kalt wird. En Guete!

    Korrigendum

    In der ursprünglichen Version des Artikels wurde angegeben, dass Acroscope 140'000 Franken für die Forschung beigesteuert habe. Diese Angabe ist falsch. Der tatsächliche Beitrag beträgt 105'000 Franken.

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    Kommentare

    User #4911 (nicht angemeldet)

    Nur mit richtiger Kuhmilch von künstlich - durch Menschenarm besamten Kühen ist es richtige Milch. Soooo natürlich 🤡 Gruss Swissmilk

    User #6180 (nicht angemeldet)

    Krank, krank, krank!!!

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    sdf
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