Fondation Opale zeigt Einzelausstellung «Emily Kam Kngwarray»

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Oberwallis,

Die Fondation Opale in Lens im Wallis widmet sich in einer Retrospektive einer der prägendsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunst des 20. Jahrhunderts: der australischen Aborigine-Künstlerin Emily Kam Kngwarray.

Emily Kam Kngwarray
Die Fondation Opale zeigt eine Ausstellung der australischen Aborigine-Künstlerin Emily Kam Kngwarray. - keystone

Emily Kam Kngwarray lebte in der Künstlerkolonie Utopia im Northern Territory des Aborigine-Stamms der Anmatyerre. Mit ihrer reichen Bildsprache hatte sie immensen Einfluss auf die zeitgenössische Aborigine-Kunst. Und auf dem internationalen Kunstmarkt war sie die bislang erfolgreichste Aborigine-Künstlerin. Ein Jahr nach ihrem Tod vertrat sie 1997 Australien posthum an der Kunstbiennale in Venedig.

Geboren wurde Emily Kam Kngwarray wahrscheinlich 1910. Die Kunst entdeckte sie erst in den 1970er-Jahren, begonnen mit der Batikkunst ihrer Gemeinschaft und dann, mit fast 80 Jahren, die Acrylmalerei auf Leinwand. Der vorherrschende Stil der Aborigine-Kunst basiert auf Punkten ähnlicher Grösse, die zu einem Muster aneinandergereiht werden. Kngwarray hatte jedoch ihren ganz eigenen Stil: Punkte, die übereinander liegen oder Punkte in unterschiedlichen Farben und Grössen.

Ab den frühen 1990er-Jahren vereinigten sich ihre Punkte zu Linien mit horizontalen oder vertikalen Steifen in verschiedenen Farben. Später begann sie, Farbflecken zu malen, mit Punkten, die ringförmig angeordnet sind.

Mit diesen Techniken stellte die Künstlerin wesentlichen Elemente ihres Umfelds und ihrer Kultur dar, besonders die Gesänge und Zeremonien der Frauen (awely), die Yamswurzel (anwerlarr) und deren Samen (kam) sowie den Emu (ankerr). In der kurzen Zeit zwischen 1988 und 1996 schuf die Künstlerin mehr als 3000 Werke.

Die Fondation Opale zeigt vom 14. Juni bis zum 8. November anlässlich des 30. Todestages von Emily Kam Kngwarray 80 ihrer Werke. Es sei die bislang umfangreichste Retrospektive dieser Künstlerin in Europa, hiess es in einer Mitteilung. Für die Ausstellung hat die Fondation Opale mit der Tate Modern in London und der National Gallery of Australia zusammengearbeitet.

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