Vergewaltigung

    «Aufforderung zur Vergewaltigung»: Wallis entfernt Plakat

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Martigny-Combe,

    Der Werbe-Slogan eines Walliser Sexclubs wurde als «Aufforderung zur Vergewaltigung» angesehen. In einigen Gemeinden wurden die Plakate entfernt.

    sexclub
    Ein Walliser Sexclub sorgt mit einem Werbe-Slogan für Aufsehen. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Im Wallis sorgte ein Sexclub mit einem umstrittenen Werbe-Slogan für Aufsehen.
    • Es wurde als «Aufforderung zur Vergewaltigung» angesehen und sorgte für Kritik.
    • Bereits vor der Debatte kontaktierte Martigny den Sexclub und fand eine Lösung.

    Die Werbung für einen Sexclub in mehreren Walliser Gemeinden sorgte für Unmut. Der Slogan darauf wurde als «Aufforderung zur Vergewaltigung» interpretiert. Siders und Martigny haben reagiert, die Plakate wurden abgehängt.

    «Das Verlangen fragt nicht um Erlaubnis», steht in gelben Buchstaben auf violettem Grund. Daneben ist eine verführerisch schauende Frau abgebildet, darunter die Silhouette einer Frau. Klein steht weiter unten noch: «Ein einziges ‹Ja› genügt.»

    An mehreren Orten warb der Sexclub so für seine Dienstleistungen. Doch zahlreiche Personen störten sich daran, einige meldeten sich beim Feministischen Kollektiv Wallis. Dieses machte auf seiner Facebook-Seite auf das Problem aufmerksam und stiess so die Debatte über die Werbung an.

    Gegenüber «24Heures» sagt Maude Louviot vom Kollektiv, dass es nicht darum gehe, Sexclubs oder Sexarbeitende an den Pranger zu stellen. «Hier haben wir es mit einer Aufforderung zur Vergewaltigung zu tun.» Es werde die Botschaft vermittelt, dass man sich einfach bedienen könne. «Unabhängig davon, ob die betroffene Person einverstanden ist oder nicht.»

    Sexclub macht Werbung jetzt auf andere Weise

    In Siders und Martigny wurden die Plakate mittlerweile entfernt. Anne-Laure Couchepin Vouilloz, Stadtpräsidentin von Martigny, sagt gegenüber «RTS»: «Eine Bürgerin hat uns darauf aufmerksam gemacht, bevor die Debatte vom Feministischen Kollektiv angestossen wurde.»

    Die Person habe sich verletzt gefühlt. «Dadurch wurde mir klar, dass manche Menschen dies als Aufforderung zur Vergewaltigung verstehen könnten», so Coucepin Vouilloz.

    In der Folge wurden der Sexclub und die Werbefirma kontaktiert. Sie habe sicherstellen wollen, dass der Club wisse, was die Werbung auslösen könne. Und man sei relativ einfach zu einer Lösung gekommen: «Sie machen ihre Werbung jetzt auf eine andere Weise.»

    Stadtpräsidentin wollte keine grosse Sache daraus machen

    Sie habe daraus keine grosse Sache machen wollen. «Manche Menschen sind schockiert, andere nicht.»

    Die Stadtpräsidentin freut es, dass die Lösung ohne Gerichte oder grossen Aufwand zustande gekommen war. «Für mich ist es ein Irrglaube, zu denken, dass man durch Gesetzgebung solchen Diskussionen entkommen könne. In einer reifen Gesellschaft sollte man darüber sprechen können, ohne daraus ein Drama zu machen.»

    War es richtig, die Plakate zu entfernen?

    Ein Gesetz gegen sexistische Werbung, wie es der Kanton Waadt bereits kennt, lehnt sie ab, es würde nichts lösen. «Denn es gäbe einen grossen Interpretationsspielraum.»

    Mehr zum Thema:

    Weiterlesen

    Bordell Puff Frau
    23 Interaktionen
    Zentralschweiz
    Puff Bordell
    32 Interaktionen
    Nach Weihnachten
    10 Interaktionen
    Eigentlich verboten

    MEHR IN NEWS

    Schlatt TG
    Schlatt TG
    1 Interaktionen
    Lansing

    MEHR VERGEWALTIGUNG

    Vergewaltigung?
    Ein Auto der New Yorker Polizei.
    Vergewaltigung?
    Neuer Fall

    MEHR AUS MARTIGNY-COMBE

    Ravoire (VS)
    Bewusstlos gefunden
    Martinach-Combe VS Unfall
    Martigny-Combe VS
    Martinach-Combe VS Unfall
    5 Interaktionen
    Schwer verletzt!
    polizei wallis
    6 Interaktionen
    Martigny-Croix VS