«Aufforderung zur Vergewaltigung»: Wallis entfernt Plakat
Der Werbe-Slogan eines Walliser Sexclubs wurde als «Aufforderung zur Vergewaltigung» angesehen. In einigen Gemeinden wurden die Plakate entfernt.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Wallis sorgte ein Sexclub mit einem umstrittenen Werbe-Slogan für Aufsehen.
- Es wurde als «Aufforderung zur Vergewaltigung» angesehen und sorgte für Kritik.
- Bereits vor der Debatte kontaktierte Martigny den Sexclub und fand eine Lösung.
Die Werbung für einen Sexclub in mehreren Walliser Gemeinden sorgte für Unmut. Der Slogan darauf wurde als «Aufforderung zur Vergewaltigung» interpretiert. Siders und Martigny haben reagiert, die Plakate wurden abgehängt.
«Das Verlangen fragt nicht um Erlaubnis», steht in gelben Buchstaben auf violettem Grund. Daneben ist eine verführerisch schauende Frau abgebildet, darunter die Silhouette einer Frau. Klein steht weiter unten noch: «Ein einziges ‹Ja› genügt.»
An mehreren Orten warb der Sexclub so für seine Dienstleistungen. Doch zahlreiche Personen störten sich daran, einige meldeten sich beim Feministischen Kollektiv Wallis. Dieses machte auf seiner Facebook-Seite auf das Problem aufmerksam und stiess so die Debatte über die Werbung an.
Gegenüber «24Heures» sagt Maude Louviot vom Kollektiv, dass es nicht darum gehe, Sexclubs oder Sexarbeitende an den Pranger zu stellen. «Hier haben wir es mit einer Aufforderung zur Vergewaltigung zu tun.» Es werde die Botschaft vermittelt, dass man sich einfach bedienen könne. «Unabhängig davon, ob die betroffene Person einverstanden ist oder nicht.»
Sexclub macht Werbung jetzt auf andere Weise
In Siders und Martigny wurden die Plakate mittlerweile entfernt. Anne-Laure Couchepin Vouilloz, Stadtpräsidentin von Martigny, sagt gegenüber «RTS»: «Eine Bürgerin hat uns darauf aufmerksam gemacht, bevor die Debatte vom Feministischen Kollektiv angestossen wurde.»
Die Person habe sich verletzt gefühlt. «Dadurch wurde mir klar, dass manche Menschen dies als Aufforderung zur Vergewaltigung verstehen könnten», so Coucepin Vouilloz.
In der Folge wurden der Sexclub und die Werbefirma kontaktiert. Sie habe sicherstellen wollen, dass der Club wisse, was die Werbung auslösen könne. Und man sei relativ einfach zu einer Lösung gekommen: «Sie machen ihre Werbung jetzt auf eine andere Weise.»
Stadtpräsidentin wollte keine grosse Sache daraus machen
Sie habe daraus keine grosse Sache machen wollen. «Manche Menschen sind schockiert, andere nicht.»
Die Stadtpräsidentin freut es, dass die Lösung ohne Gerichte oder grossen Aufwand zustande gekommen war. «Für mich ist es ein Irrglaube, zu denken, dass man durch Gesetzgebung solchen Diskussionen entkommen könne. In einer reifen Gesellschaft sollte man darüber sprechen können, ohne daraus ein Drama zu machen.»
Ein Gesetz gegen sexistische Werbung, wie es der Kanton Waadt bereits kennt, lehnt sie ab, es würde nichts lösen. «Denn es gäbe einen grossen Interpretationsspielraum.»


















