Patrick Bruel wegen Vergewaltigung offiziell beschuldigt
Fast zwei Dutzend Frauen werfen Patrick Bruel sexuelle Gewalt vor. Der 67-jährige Franzose ist nun offiziell der Vergewaltigung beschuldigt worden.

Der französische Sänger Patrick Bruel (67) steht seit Mittwoch offiziell unter schwerem Verdacht, wie «swissinfo.ch» berichtet. Bruel wurde in Nanterre der Vergewaltigung, versuchten Vergewaltigung, sexuellen Nötigung und sexuellen Belästigung beschuldigt.
Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungsverfahren in vier konkreten Fällen ein. Dazu gehören eine mutmassliche Vergewaltigung 2008 in Neuilly-sur-Seine sowie ein Fall sexueller Belästigung am Paléo Festival 2019 in Nyon.
Vier weitere Fälle werden unter dem günstigeren Status eines «begleiteten Zeugen» geführt. Laut «swissinfo.ch» umfassen diese unter anderem mutmassliche Vergewaltigungen in Dinard (2012) und L'Isle-sur-la-Sorgue (2015).
Keine Untersuchungshaft für Patrick Bruel
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Untersuchungshaft beantragt – doch der Haftrichter folgte dieser Empfehlung nicht. Der «ORF» berichtet, dass Bruel unter richterlicher Aufsicht auf freien Fuss gesetzt wurde.
Bruel darf laut «swissinfo.ch» Frankreich nicht verlassen und keinen Kontakt zu den Opfern aufnehmen. Ausserdem muss er eine Kaution von 500'000 Euro hinterlegen und eine psychologische Betreuung nachweisen.
Der Sänger weist alle Vorwürfe zurück. Er habe «niemals eine Frau gezwungen», erklärte Bruel im Mai auf Instagram, wie der «ORF» festhält.
Affäre begann mit Mediapart-Recherche
Die Vorwürfe gegen den Künstler wurden durch Recherchen des französischen Investigativportals «Mediapart» publik. Wie «Ostbelgien Direkt» schreibt, berichteten zunächst acht Frauen von mutmasslichen Übergriffen zwischen 1991 und 2019.

In den folgenden Wochen meldeten sich rund 30 Frauen, die von ähnlichen Erlebnissen bei Konzerten, Filmfestivals oder Interviews berichten. Unter den Bekanntesten ist die Moderatorin Flavie Flament, die Bruel vorwirft, sie 1991 als 16-Jährige vergewaltigt zu haben.
Unter dem Druck der Anschuldigungen sagte Bruel sämtliche Konzerte bis September ab. Darunter fallen auch zwei geplante Auftritte in der Schweiz.















