Basler Puff macht Werbung auf Instagram – Psychologin warnt

    Brendan Bühler
    Brendan Bühler

    Basel,

    Auf der Social-Media-Plattform Instagram hat ein Bordell Werbung geschaltet, obwohl es eigentlich verboten ist. Solche Inserate können Kinder «schockieren».

    Zürich Bordell
    Eine Leuchtreklame in Form eines roten Herzens ist an der Aussenfassade eines Bordells zu sehen. (Symbolbild) - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Basler Bordell hat auf Instagram Werbung geschaltete.
    • Solche Bilder können Kinder schockieren.

    Auf der beliebten Social-Media-Plattform Instagram war kürzlich eine auf den ersten Blick harmlose Werbung zu sehen. Eine Frau posierte in einem T-Shirt mit einer Lederjacke. Nur: Zwei Klicks davon entfernt ist die Website des Werbenden.

    Es handelt sich um ein Basler Puff, das auf dem Foto-Netzwerk Werbung schaltet. Die Website zeigt leichtbekleidete und nackte Frauen, inklusive Preisliste. Nur: Eigentlich ist solche Werbung auf Instagram verboten. Zudem ist der Jugendschutz nicht hundertprozentig Gewährleistet.

    Psychologin findet es heikel

    Für die Psychologin Prof. Dr. Stefanie Schmidt ist klar: Solche Inserate und die Erreichbarkeit der Puff-Website ist heikel. Schmidt ist Assistenzprofessorin für Klinische Psychologie des Kindes- und Jugendalters an der Universität Bern.

    «Wenn Kinder das sehen, kann es schockierend sein», sagt Schmidt. Die meisten Kinder seine mit solchen Inhalten überfordert, und wüssten nicht, wie sie damit umgehen sollten. «Scham ist auch ein häufiges Gefühl, das hervorgerufen wird», sagt die Psychologin.

    Heikel ist auch, dass Kinder ihr Verhalten dem Gesehenen anpassen können. Laut Schmidt würden Tabus gebrochen und Kinder präsentieren sich im Internet, ohne sich ausreichend den Gefahren bewusst zu sein und werden so beispielsweise mit Mobbing, Gewalt und sexueller Belästigung konfrontiert. Stichwort Modellwirkung. Kinder würden sich zudem oft nicht trauen, mit den Eltern über solche Erfahrungen zu sprechen.

    Eltern sollten Gesprächs-Bereitschaft zeigen

    «Am besten ist es, wenn Eltern Bereitschaft zeigen, über solche Dinge zu sprechen», so Schmidt. Unangenehme Gefühle könnten verhindert und schlechte Erfahrungen verarbeitet werden.

    Der Instagram-Mutterkonzern Facebook verbietet eigentlich Werbung für «Erwachsenen-Produkte oder Dienste». Lediglich Werbung für Familienplanung ist erlaubt. Instagram war für eine Stellungsnahme nicht erreichbar.

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