Auf St. Galler IPS hats keinen einzigen Geimpften mit Coronavirus

    Carine Meier
    Carine Meier

    Stadt St. Gallen,

    Letzte Woche waren alle Corona-Patienten auf der St. Galler IPS Ungeimpfte. Ein Pfleger erzählt, wieso die Situation jetzt anders ist als noch vor einem Jahr.

    Gerald M. Coronavirus
    Der Intensivpfleger Gerald M. im Interview. - Screenshot TVO

    Das Wichtigste in Kürze

    • Auf der Intensivstation des Kantonsspitals St. Gallen gibt es keinen einzigen Geimpften.
    • Ein Pfleger berichtet, wieso er langsam kein Verständnis mehr hat.

    Volle Intensivstationen und verschärfte Massnahmen vor Weihnachten. Vieles an der aktuellen Situation mit dem Coronavirus erinnert an die Zeit vor genau einem Jahr. Ein Faktor ist jedoch neu: Die Impfung.

    Mehr Junge wegen dem Coronavirus im Spital

    «Das Bittere ist: Die Lage ist exakt dieselbe», sagt Gerald M., langjähriger Intensivpfleger am Kantonsspital St. Gallen gegenüber «FM1 Today». Der Unterschied sei nur, dass es diesmal deutlich mehr junge Corona-Patienten auf der IPS habe. «Die jüngsten sind deutlich jünger als ich», meint der 39-Jährige.

    Der Kanton St.Gallen wies vergangene Woche gemäss BAG-Zahlen eine der höchsten IPS-Belegungen der Schweiz auf. Rund 60 Prozent der Betten waren von Patienten mit Coronavirus belegt – schweizweit waren es um die 30 Prozent. Rund 90 Prozent dieser Patienten seien normalerweise ungeimpft.

    «Die Impfrate in der Schweiz korreliert recht gut mit der Anzahl Schwererkrankter», erklärt M. «Wir haben im Moment keinen einzigen geimpften Patienten auf unserer Station.»

    Verständnis gegenüber Ungeimpften hat abgenommen

    Das Unverständnis gegenüber den Ungeimpften habe demnach auch beim Spitalpersonal «definitiv» zugenommen. «Ich kann nicht nachvollziehen, warum Menschen sich nicht impfen lassen wollen», sagt auch M. bei «FM1 Today». «Es gibt keine besser überwachte Impfung. Die Effekte sind bewiesen.»

    Sind Sie gegen Corona geimpft?

    Grund, dass dem Pfleger langsam die Geduld ausgeht, sei aber vor allem auch Erschöpfung. «Unser Team ist so krass geschrumpft, dass wir der Arbeitsbelastung kaum standhalten können», so M. Viele hätte im vergangenen Jahr die Station nach der Ausbildung verlassen und sich umorientiert.

    * Name der Redaktion bekannt

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