Lieferant: Morettis wollten keinen Brandschutz bei Möbeln
Laut dem Lieferanten verzichteten die Morettis auf feuerfeste Möbel für die Bar. Ein Grund war der Preis, ein weiterer die Beziehungen in der Gemeinde.

Das Wichtigste in Kürze
- Laut dem Lieferanten verzichteten die Morettis auf feuerfeste Sofas und Stühle.
- Sie wollten den Aufpreis von 15 Prozent nicht bezahlen.
- Ausserdem soll Jacques Moretti den Lieferanten bedroht haben.
Beim Brandschutz haben Jacques und Jessica Moretti in ihrer Bar «Le Constellation» in Crans-Montana gespart: Laut Berichten verzichteten sie aus Budgetgründen auf feuerfesten Akustikschaum an der Decke. Und auch beim Mobiliar galt: Preis vor Sicherheit.
Gegenüber dem italienischen Sender «Rai» spricht der Möbellieferant der Morettis. Sie hätten Sofas, Stühle und Parkett bei ihm bestellt. «Dabei hat Jacques Moretti gesagt, dass er keinen Brandschutz für die Einrichtung brauche.»
Der Lieferant, der langjährige Erfahrung mit Möbeln für Restaurants und Bars hat, sagt aber: «Wenn man ein Sofa kauft, muss die Polsterung feuerfest sein, wenn es für ein Lokal verwendet wird. Aber sie wollten das nicht.» Dafür habe es zwei Gründe gegeben.
Zum einen störten sich die Morettis am Aufpreis von 15 Prozent für den Brandschutz. Zum anderen sagte Jessica Moretti, dass sie keine feuerfeste Polsterung bräuchten, da sie Verwandte in hohen Positionen in Crans-Montana hätten. «Ein Familienmitglied, vielleicht kein enger Verwandter. Und deshalb bräuchten sie keine feuerfeste Einrichtung, weil sie diese Leute eben gut kennen», so der Lieferant.
Zudem berichtet er von Drohungen: In einer Mail habe Jacques Moretti ihm gedroht, die Knochen, Beine und Arme zu brechen. Denn er soll zu direkt zu Jessica gesprochen haben.
Beim Brand im «Le Constellation» in der Neujahrsnacht starben 41 Personen, über 100 wurden teils schwer verletzt. Eine wichtige Rolle spielten gemäss ersten Erkenntnissen die Wunderkerzen auf den Champagnerflaschen und der leicht entzündliche Schaumstoff. Gegen die Morettis wird ermittelt, es geht um den Vorwurf der fahrlässigen Tötung.















