Crans-Montana: Dutzende Italiener nach Brandkatastrophe vermisst

Eine Tragödie riesigen Ausmasses erschüttert die ganze Schweiz am Neujahrsmorgen. In Crans-Montana VS sterben rund 40 Personen bei einem Brand.

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Die Besitzer der Bar «Le Constellation» rücken zunehmend in den Fokus. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Silvesterfeier in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS endet tödlich.
  • Es kam zu einem schweren Brand und im Zuge dessen zu Explosionen.
  • Es gibt rund 40 Tote und rund 115 Verletzte. Viele davon sind schwer verletzt.
  • Ein sogenannter Flashover soll der Grund für die Explosionen sein.

In der Bar «Le Constellation» im Walliser Ferienort Crans-Montana VS ist um 1.30 Uhr in der Silvesternacht ein Feuer ausgebrochen. Und hat eine Tragödie angerichtet.

Rund 40 Menschen starben, es gibt rund 115 Verletzte und Schwerverletzte. Darunter solche mit schweren Verbrennungen.

Das Wallis ist im Ausnahmezustand und hat die besondere Lage ausgerufen.

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16.55: 12 bis 15 Italiener sind nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana hospitalisiert worden. Das teilte der italienische Aussenminister Antonio Tajani am Donnerstag mit. Die gleiche Anzahl gelte als vermisst, fügte er hinzu.

Zudem sage er, man gehe von 47 Todesopfern aus. Diese Angaben machte er, da er den ganzen Tag mit den Schweizer Behörden in Kontakt gestanden sei.

16.28: Bundespräsident Guy Parmelin ist am Donnerstagnachmittag nach Crans-Montana gereist. Er traf gegen 15:30 Uhr am Ort des Unglücks ein, begleitet vom Walliser Sicherheitsdirektor Stéphane Ganzer und vom Staatsratspräsidenten Mathias Reynard.

Parmelin betrat den Bereich vor dem ausgebrannten Brandgebäude, den die Polizei mit Absperrbändern gesichert hatte.

Crans-Montana
Bundespräsident Guy Parmelin am Unglücksort. - keystone

«Ich bin im Namen des Bundesrates und der gesamten Schweiz hierhergekommen, aus Respekt gegenüber den betroffenen Personen», sagte Parmelin gegenüber den zahlreichen Medienschaffenden vor Ort.

«Unsere Gedanken sind bei den Familien, die in banger Erwartung auf Nachrichten von ihren Kindern sind. Unsere Gedanken und Gebete sind bei allen Menschen, die von diesem Drama betroffen sind.»

Parmelin sagte, die Situation sei sehr schwierig. Bei der Identifizierung der Leichen sei alles eine Frage der Geschwindigkeit. «Ich möchte den ausländischen Regierungen für ihre Zusammenarbeit danken.»

15.17: Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana findet am Donnerstagnachmittag um 17:15 Uhr in Sitten eine weitere Medienkonferenz statt.

Daran teilnehmen wird – neben den Walliser Kantonsverantwortlichen – auch Bundespräsident Guy Parmelin.

14.51: Die Walliser Behörden sprechen von einem plötzlichen Brand in der Silvesternacht in einer Bar von Crans-Montana, einem sogenannten Flashover. Dieses sich plötzlich ausbreitende Feuer habe eine oder mehrere Explosionen ausgelöst.

Unter einem Flashover kann der schlagartige Übergang von einem lokal begrenzten Feuer zu einem Vollbrand verstanden werden.

Die traurigen Überbleibsel der Feier in Crans-Montana. - keystone

Ein Brand kann beispielsweise bei einem Gerät in einem Raum beginnen. Staut sich Hitze an der Decke eines Raumes, breiten sich Rauchgase im Raum aus, und es wird sehr schnell mehrere hundert Grad heiss.

Das kann dazu führen, dass schlagartig weitere brennbare Gegenstände gleichzeitig zu brennen beginnen und sich die Flammen rasend schnell ausbreiten. Ist es soweit, ist ein Überleben kaum noch möglich. Die Situation ist auch für ausgerüstete Feuerwehrleute lebensgefährlich.

13.51: Der Einsatz von Luftrettungs-Crews für die Opfer des Brandunglücks von Crans-Montana ist am Donnerstagmittag noch im Gang gewesen.

Er könne Aussagen der Behörden, wonach alle Patienten versorgt seien, nicht bestätigen, sagte Philipp Simmen, Leiter des Bereiches Helikopter-Einsätze bei der Rega, am Mittag im Schweizer Radio SRF.

Der Einsatz mit mehreren Helikoptern und einem Ambulanzjet laufe noch. Bis zur Versorgung aller werde es noch dauern.

Der Einsatz im Wallis dauert noch an. Neben Rega-Besatzungen sind auch die Air Glaciers und die Air Zermatt im Einsatz. (Archivbild) - keystone

Im Wallis im Einsatz seien neben Rega-Besatzungen auch die Air Glaciers und die Air Zermatt, berichtete Simmen im Radiointerview.

Unter den Opfern des Brandunglücks seien viele junge Menschen, die mit Freude hätten ins neue Jahr starten wollen.

13.31: Das Neujahrs-Feuerwerk in Luzern ist nach der Katastrophe von Crans-Montana abgesagt worden. Aus Respekt gegenüber den Betroffenen, ihren Angehörigen und der ganzen Region verzichte man auf den Anlass, teilten die Organisatoren am Donnerstag mit.

sdf
Diese Bilder gibt es dieses Jahr in Luzern nicht zu sehen. - keystone

In den letzten Jahren haben jeweils tausende Menschen am Neujahrsabend das Feuerwerk rund um das Seebecken verfolgt.

12.15: Das auf Brandverletzungen spezialisierte Universitätsspital Zürich hat am Donnerstag schon über ein Dutzend Brandopfer aus Crans-Montana behandelt. Weiter würden vermutlich folgen, sagte ein Sprecher.

Unispital Zürich
Das Unispital Zürich hat mehrere Brandopfer aufgenommen. (Archivbild) - keystone

Die Rettungshelikopter würden laufend neue Brandopfer aus Crans-Montana einfliegen, sagte ein Spitalsprecher auf Anfrage von Keystone-SDA. Am Donnerstagmittag seien es bereits über ein Dutzend gewesen.

In der Schweiz gibt es zwei Zentren, die auf Verletzungen dieser Art spezialisiert sind: Die Universitätsspitäler Zürich und Lausanne.

Opfer aus verschiedenen Ländern

11.51: Die Identifizierung der Verstorbenen hat laut Staatsanwaltschaft oberste Priorität. Da es sich um einen international frequentierten Ferienort handelt, wird davon ausgegangen, dass die Opfer aus verschiedenen Ländern stammen.

Die rechtsmedizinischen Arbeiten seien aufwendig, weshalb Verstärkung aus benachbarten Kantonen angefordert wurde.

11.35: Bundespräsident Guy Parmelin spricht den Opferfamilien im Namen der Landesregierung sein tiefes Beileid aus.

Bundespräsident Guy Parmelin spricht den Opferfamilien sein tiefes Beileid aus. - X

«Was ein Moment der Freude sein sollte, verwandelte sich in der Nacht in Crans-Montana in eine Trauer, die die ganze Schweiz und das Ausland betrifft. Der Bundesrat hat diese Tragödie mit tiefer Bestürzung zur Kenntnis genommen», schreibt Parmelin auf X.

Intensivstation im Spital Wallis voll

11.05: Nach der Brandkatastrophe in einer Bar in Crans-Montana VS sind die meisten der rund 100 zu einem grossen Teil schwerverletzten Opfer am Donnerstag ins Spital Wallis gebracht worden. Dessen Intensivstation ist voll.

Das Spital Wallis habe sofort den Katastrophen-Plan aktiviert, sagte der Walliser SP-Staatsrat Matthias Reynard heute vor den Medien.

Die meisten Verletzten wurden ins Spital Wallis gebracht. Dessen Intensivstation ist voll. - keystone

Einige Verletzte würden so bald als möglich in die spezialisierten Universitätsspitäler versetzt. Andere seien direkt in andere Universitätsspitäler gebracht worden, um die schweren Brandverletzungen zu behandeln.

Reynard bedankte sich für die Solidarität der anderen Kantone. Im Einsatz standen nach seinen Angaben zehn Helikopter, 40 Ambulanzen, 150 Sanitäter.

11.02: In Crans-Montana feierten zahlreiche Menschen aus dem In- und Ausland in der Neujahrsnacht. Die Polizei konnte zu möglichen Opfern aus dem Ausland noch keine Angaben machen.

Die Identifizierung sei im Gang, sagte Polizeikommandant Frédéric Gisler.

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Die Staatsräte sowie der Polizeikommandant zeigten sich am Donnerstagmorgen sehr betroffen. - keystone

10.45: Generalstaatsanwältin Pilloud erklärte, dass der Kanton Wallis für die Identifizierung der Brandopfer Hilfe von Nachbarkantonen angefordert habe. Die Angehörigen würden persönlich informiert, sagte sie an der Medienkonferenz.

Sie bittet auch um Respekt vor den betroffenen Familien, was Mutmassungen anbelangt.

Kein Attentat – ein schweres Feuer

10.38: Die Behörden erklären vor den Medien, dass sie nicht von einem Attentat ausgehen. Das könne ausgeschlossen werden. Sie gehen von einem schweren Feuer aus.

Die Staatsanwältin erklärt, man sei noch ganz am Anfang der Untersuchung.

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Die Behörden traten am Donnerstagmorgen um 10 Uhr vor die Medien. - keystone

Deshalb könne sie zurzeit – einige Stunden nach dem Drama – nicht mehr zu den Gründen des Brandes sagen.

10.35: Der Walliser Staatsrat hat die besondere Lage ausgerufen. Damit sollen möglichst rasch und ohne Verzögerung alle nötigen Einsatzmittel mobilisiert werden können, heisst es in einem Communiqué, das parallel zur Medienkonferenz veröffentlicht wurde.

Die besondere Lage gilt demnach ab Donnerstag 9 Uhr. Der Einsatz dauert noch immer an.

Mehrere Dutzend Tote und rund 100 Verletzte

10.23: Polizeikommandant Frédéric Gisler spricht über das dramatische Ereignis. Es habe rund 100 Verletzte gegeben, viele davon schwer. Es habe zudem «mehrere Dutzend Tote» gegeben.

Die Patienten seien auch in ausserkantonale Spitäler gebracht worden, etwa in Universitätskliniken.

Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud und Staatsrat Stéphane Ganzer. - keystone

10.20: Staatsratspräsident Mathias Reynard kondoliert im Namen der Kantonsregierung allen Betroffenen und spricht von einem «Alptraum», der sich in der Silvesternacht ereignet hat.

Den Betroffenen sprach der Staatsrat «seine grosse Solidarität» aus und spendete seine Gedanken den Opfern, ihren Familien und allen anderen Betroffenen.

10.00: Der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard, Staatsrat Stéphane Ganzer, Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud sowie der Kommandant der Kantonspolizei Wallis, Frédéric Gisler, treten ins Lens VS vor die Medien. Auch die Vize-Präsidentin der Gemeinde Crans-Montana ist vor Ort.

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