AHV

    AHV: Kaum jemand nutzt Betreuungsgutschriften

    Elena Hatebur
    Elena Hatebur

    Bern,

    Mit Betreuungsgutschriften der AHV können Angehörige von Senioren ihre Rente aufstocken. Doch das Entgelt für die unbezahlte Care-Arbeit wird kaum genutzt.

    AHV
    Betreuenden Angehörigen steht eine Gutschrift von der AHV zu. Doch diese wird praktisch nicht genutzt. (Symbolbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die AHV-Betreuungsgutschriften werden kaum genutzt.
    • SP-Nationalrätin Barbara Gysi sieht den Grund bei den hohen Hürden der Beantragung.
    • Viele Personen fallen aufgrund der strengen Kriterien durch das Raster.

    Sie sollen Rentnerinnen und Rentner entlasten, die Angehörige pflegen: Die Betreuungsgutschriften der AHV.

    Nur wird das Angebot kaum genutzt. In knapp 10'000 Renten sind Betreuungsgutschriften enthalten, wie SRF unter Berufung auf das Bundesamt für Sozialversicherungen berichtet.

    Das ist ein verschwindend kleiner Anteil im Vergleich, wenn man die rund 2,6 Millionen Rentnerinnen und Rentner der Schweiz betrachtet.

    Ebenso gering ist die Gutschrift, mit der diese betreuenden Angehörigen ihre eigene Rente aufbessern können: Nur rund 130 Franken sind es pro Jahr – eher ein symbolischer Beitrag.

    Barbara Gysi ist Präsidentin der Kommission für Soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats. Sie sieht den Grund bei den Hürden für den Erhalt. «Diese Massnahme greift nicht», sagt sie gegenüber dem Sender.

    Gutschriften der AHV kaum bekannt

    Dass es die Betreuungsgutschriften der AHV überhaupt gibt, dürfte den meisten Angehörigen gar nicht bekannt sein.

    Eine Umfrage des Fernsehens bei diversen Organisationen zeigt: In Beratungsgesprächen spielen die Gutschriften fast keine Rolle.

    Peter Burri Follath von der Altersorganisation Pro Senectute sagt dazu: «Bei uns ist die Betreuung ein Thema, aber die Gutschriften praktisch gar nicht.»

    Das erstaunt kaum. Denn wer die Gutschrift beantragen will, muss das Verfahren selbst anstossen. Und zwar jedes Jahr aufs Neue. Für viele Betreuende dürfte der Aufwand schlicht zu hoch sein.

    Ein System mit strengen Kriterien

    Anspruch auf die Gutschrift haben alle, die eine nah verwandte Person betreuen und in deren Nähe wohnen.

    Das heisst konkret: Betreuende dürfen mindestens 180 Tage im Jahr nicht mehr als 30 Kilometer entfernt wohnen.

    Als Angehörige gelten etwa Ehepartner, Kinder, Eltern oder Geschwister. Hinzu kommt: Die betreute Person muss Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung haben.

    Findest du, dass die Gutschrift für die Betreuungsarbeit höher sein müsste?

    Dafür muss die betreute Person im Alltag dauernd auf die Hilfe Dritter angewiesen sein. Zum Beispiel, wenn alltägliche Routinen wie Aufstehen, Essen oder Körperpflege nicht mehr möglich sind.

    Viele fallen durch das Raster

    Die engen Voraussetzungen führen dazu, dass zahlreiche pflegende Personen leer ausgehen. Wer wöchentlich längere Strecken pendelt, weil er oder sie weiter entfernt wohnt, ist ausgeschlossen.

    Dasselbe gilt für Freundinnen und Freunde, die nicht mit der betreuten Person verwandt sind. Selbst wenn viel Zeit und Energie in die Betreuung investiert wird, fällt ein grosser Teil durchs Raster.

    Dazu kommt, dass die Ausgleichskassen kaum aktiv über die Gutschrift informieren. So bleibt ein Grossteil der Care-Arbeit in der Schweiz weiterhin kaum abgegolten.

    Kommentare

    User #3709 (nicht angemeldet)

    130 Franken pro Jahr und selbst bekommen die eine Rente von 260‘000 pro Jahr?…

    User #9231 (nicht angemeldet)

    ein lächerlicher Betrag! da ist ja 1h Antragsaufwand schon zu viel

    Weiterlesen

    Rente
    4 Interaktionen
    Änderung
    Küsnacht ZH
    31 Interaktionen
    Reform
    nationalrat verordnungsveto
    75 Interaktionen
    Vorlage

    MEHR AHV

    nationalrat
    8 Interaktionen
    Bern
    baume-schneider
    198 Interaktionen
    So nicht
    Mirjam Walser
    132 Interaktionen
    «Und die AHV?»

    MEHR AUS STADT BERN

    Gaza
    193 Interaktionen
    Neue Gaza-Demo
    YB Klartext Hakan Yakin
    9 Interaktionen
    Hakan Yakin
    Kantonspolizei Bern
    Bern