Venedig laut Studie langfristig kaum zu sichern
Eine Studie zeigt: Venedig ist durch steigende Meeresspiegel langfristig kaum zu retten.

Der steigende Meeresspiegel bedroht Venedig existenziell, und keine Schutzmassnahme kann die Lagunenstadt langfristig retten. Eine neue Studie im Fachjournal «Scientific Reports» analysiert bestehende und mögliche Anpassungsstrategien an die Fluten.
Fachleute warnen, dass Venedig unter den Folgen des Klimawandels besonders stark steht. Der steigende Meeresspiegel erhöht die Überschwemmungsgefahr für die Lagunenstadt deutlich, wie «Euronews» berichtet.

Bereits heute kommt es regelmässig zu sogenanntem «Acqua alta», bei dem grosse Teile der Stadt unter Wasser stehen. Experten rechnen mit immer häufigeren und stärkeren Hochwasserereignissen, wenn die Temperaturen weiter ansteigen, schreibt «wetter.at».
Keine dauerhafte Lösung für Venedig
Das «Mose»-System schützt Venedig seit dem Regelbetrieb ab 2020/2021 vor schweren Überschwemmungen und reduziert Schäden deutlich. Bei Hochwasser werden die Fluttore durch Druckluft angehoben und schliessen die Lagune gegen eindringendes Meerwasser ab, beschreibt «SRF».
Fachleute betonen, dass «Mose» keine dauerhafte Lösung ist und bei weiter steigendem Meeresspiegel an Grenzen stösst. Häufigere Schliessungen könnten zudem die natürliche Wasserzirkulation stören und das empfindliche Ökosystem der Lagune beeinträchtigen.
Eine aktuelle Arbeit im Journal «Scientific Reports» untersucht, wie bestehende und hypothetische Schutzmassnahmen auf steigende Meeresspiegel reagieren. Die Forschenden greifen dabei auf Projektionen des sechsten IPCC‑Weltklimaberichts zurück, berichtet «Euronews».
Studie skizziert langfristige Risiken
Modellrechnungen zeigen, dass selbst kombinierte Schutzmassnahmen wie Barrieren, Deiche oder Eingriffe die Stadt nur begrenzt sichern können. Langfristig könne keine verfügbare Lösung Venedig in heutiger Form dauerhaft vor starkem Meeresspiegelanstieg bewahren, so die Schlussfolgerungen der Studie.
Im Extremszenario eines sehr starken Meeresspiegelanstiegs könnten laut Studie auch Umsiedlungen von Infrastruktur und Bevölkerung notwendig werden. Solche Szenarien gelten jedoch erst langfristig, teils weit über das Jahr 2100 hinaus, als denkbar, so «Euronews».

Experten diskutieren auch radikale Massnahmen wie neue Deichsysteme oder sogar eine teilweise Verlagerung der Stadt. Solche Grossprojekte würden je nach Szenario Kosten von mehreren hundert Millionen bis Milliarden Euro verursachen, berichtet «brandaktuell.at».
















