Eine deutsche Studie hat neue Erkenntnisse in der Suche eines Medikaments gegen das Coronavirus präsentiert – ein Protein, das die Vermehrung des Virus hemmt.
protein vermehrung
Was ist der Ursprung der Coronakrise? - Pixabay/@PIRO4D

Das Wichtigste in Kürze

  • In einer neuen Studie wird einem Protein eine grosse Rolle im Kampf gegen Covid zugeteilt.
  • Es gibt Hinweise, dass das sogenannte ZAP die Vermehrung des Coronavirus unterbinden kann.
  • Vielleicht ist dies ein Ansatz für die Entwicklung eines Medikaments gegen Corona.

Es gibt einen neuen Hoffnungsschimmer im Kampf gegen das Coronavirus! Erstmals konnten Forscher nachweisen, dass das ZAP die Vermehrung des Coronavirus hemmt. Die dazugehörige Studie wurde im Fachjournal Nature Communications herausgegeben.

Das ZAP ist ein Protein der menschlichen Immunabwehr. Der Studie zufolge können diese Proteine die Virenlast von Corona um das zwanzigfache vermindern.

Viren, deren Erbgut aus Ribonukleinsäure besteht, also auch das Coronavirus, haben eine spezielle Vermehrungstaktik – die Leserasterverschiebung. Sie dringen in die Wirtszelle ein und übernehmen den Prozess der Zelle um die genetische Information der Boten-RNA abzulesen. So produzieren sie ihre eigenen Proteine und vermehren sich.

Das ZAP kann nachweislich diese Vermehrung verlangsamen und die virale Aktivität herunterfahren. Die Leiterin der Studie, Neva Caliskan, erklärt: «ZAP ist ein multifunktionales Molekül in der Immunabwehr, das eine überschiessende Immunantwort beruhigen kann. Es fährt die virale Aktivität herunter.»

Vielversprechender Ansatz für Medikament

Noch ist nicht geklärt, ob die ZAP in die Leserasterverschiebung eindringen kann. Bislang weiss man einfach, dass es sich an die RNA, die die Verschiebung auslöst, bindet. Dies sei auf jeden Fall ein interessanter Ansatz um Medikamente gegen das Coronavirus zu entwickeln.

Die Studienergebnisse sind jedenfalls vielversprechend, das meint auch Caliskan. «Unsere Erkenntnisse geben Anlass zur Hoffnung, dass ZAP als Vorlage genutzt werden könnte, um mögliche neue antivirale Mittel zu entwickeln.»

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