Kaffee als Wundermittel: Herzschutz im Fokus
Neue Studie überrascht: Kaffee schützt Herzpatienten vor Rhythmusstörungen. Eine Tasse täglich senkt Rückfallrisiko um 39 Prozent.

Die medizinische Beurteilung von Kaffee hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. Während das beliebte Heissgetränk früher als potentiell schädlich für das Herz-Kreislauf-System galt, zeigen aktuelle Forschungsergebnisse ein völlig anderes Bild.
Mediziner und Forscher entdecken immer häufiger positive Auswirkungen des Kaffees auf die Gesundheit. Besonders bemerkenswert ist die Kehrtwende bei der Bewertung der Herzwirkung.
Jahrzehntelang befürchteten Ärzte, dass Koffein Herzrhythmusstörungen auslösen oder verstärken könnte. Neueste wissenschaftliche Untersuchungen stellen diese Annahme jedoch grundsätzlich in Frage.
Die DECAF-Studie und ihre Durchführung
Forscher der University of Adelaide und der University of California führten eine bahnbrechende Untersuchung mit dem Namen DECAF-Studie durch. An fünf Kliniken in den USA, Kanada und Australien wurden 200 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 69 Jahren beobachtet.
Sie alle litten unter Vorhofflimmern oder Vorhofflattern. Laut dem «Focus» wurden die Probanden nach einer erfolgreichen Kardioversion per Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt.

Eine Gruppe erhielt die Anweisung, täglich mindestens eine Tasse koffeinhaltigen Kaffee zu trinken. Die andere Gruppe musste vollständig auf Kaffee und alle koffeinhaltigen Getränke verzichten.
Überraschende Ergebnisse und Wirkmechanismen
Die Kardiologen kontrollierten über sechs Monate hinweg regelmässig per EKG, ob erneut Herzrhythmusstörungen auftraten. Nach sechs Monaten zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen beiden Gruppen:
In der Kaffee-Gruppe entwickelten 47 Prozent der Teilnehmer erneute Herzrhythmusstörungen, während es in der Verzichtsgruppe 64 Prozent waren. Ebenfalls gute Nachrichten für Menschen, die eine Kardioversion, also einen medizinischen Eingriff, überstanden haben:
Sie können durch täglichen Kaffeegenuss ihr Rückfallrisiko in den folgenden sechs Monaten um 39 Prozent verringern, berichtet die «Apotheken Umschau».
Warum hilft Kaffee bei Herzrhythmusstörungen
Die Wissenschaft diskutiert verschiedene Erklärungsansätze für diese herzschützenden Eigenschaften. Eine zentrale Rolle könnten die entzündungshemmenden Bestandteile der Kaffeebohnen spielen, die Entzündungsprozesse reduzieren und damit das Risiko für Vorhofflimmern senken.

Zusätzlich fördert Koffein die körperliche Aktivität und kann durch seine harntreibende Wirkung den Blutdruck leicht senken. Dies wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus.
Der «Süddeutschen Zeitung» zufolge gibt es auch Hinweise auf einen gewissen Schutz vor Diabetes, Demenz, Depression und Parkinson. Allerdings stehen hier noch Nachfroschungen aus.
















