Kaffee

Warum Kaffee das Gehirn nachts wach hält

Samantha Reimer
Samantha Reimer

Kanada,

Koffein verändert das Gehirn nachts, hält es aktiv und stört den erholsamen Tiefschlaf. Besonders junge Erwachsene sind betroffen.

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Koffein kann sich negativ auf den Schlaf auswirken oder auch Nebenwirkungen wie Herzrasen oder Angstzustände begünstigen. - Depositphotos

Ein Forscherteam der kanadischen Université de Montréal hat herausgefunden, dass Koffein die Gehirnfunktionen im Schlaf erheblich verändert. Es hält das Gehirn in einem Zustand erhöhter Komplexität, der tagsüber die Konzentration fördert, nachts jedoch die Erholung stört.

Statt vollständig zu regenerieren, bleibt das Gehirn betriebsbereit, was die Qualität des Schlafs mindert. So berichtet es «t3n».

Was bewirkt Koffein im Gehirn?

Das Konzept der «Kritikalität» beschreibt den idealen Zustand des Gehirns zwischen Ordnung und Chaos wie ein Orchester.

Ist das Gehirn zu aktiv, entsteht eine Art Kakofonie, die nachts die Tiefschlafphasen beeinträchtigt.

Trinkst du viel Kaffee?

Koffein bewirkt, dass das Gehirn auch im Schlaf im wachen, reaktiven Modus bleibt. Dadurch sind insbesondere die wichtigen Tiefschlafphasen weniger erholsam.

Wie wurde getestet?

In einer Studie erhielten 40 gesunde Erwachsene 200 Milligramm Koffein, etwa zwei Tassen Kaffee, bzw. ein Placebo. Die Gehirnaktivität wurde per EEG gemessen.

Bei Probanden zwischen 20 und 27 Jahren zeigte sich ein stärkerer Effekt als bei älteren zwischen 41 und 58 Jahren.

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Eine Tasse Kaffee. - Pexels

Das liegt an einer höheren Dichte von Adenosin-Rezeptoren, die Koffein blockiert. Mit zunehmendem Alter nimmt die Wirkung ab, berichtet «t3n» weiter.

Bewusster Konsum empfohlen

Die Analyse der Gehirnwellen zeigte, dass Koffein die langsamen Theta- und Alpha-Wellen, die für Tiefschlaf stehen, dämpft. Gleichzeitig werden die Beta-Wellen verstärkt, welche den Wachzustand kennzeichnen.

Dadurch arbeitet das Gehirn nachts weiter statt wie üblich zu regenerieren. Die Studie empfiehlt, einen bewussten zeitlichen Abstand zwischen der letzten Kaffeetasse und dem Schlafengehen einzuhalten.

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Unsere Schlafqualität hat einen langfristigen Einfluss auf die Hirnfunktion. (Symbolbild) - Depositphotos

Denn nur so könne die Erholung laut «t3n» gewährleistet werden.

Schlafqualität wichtiger als Schlafdauer

Die Ergebnisse sind kein Aufruf, auf Kaffee zu verzichten, sondern verdeutlichen den Einfluss auf die Schlafqualität. Die Qualität des Schlafs ist wichtiger als die reine Schlafdauer.

Dieses Wissen kann die Schlafhygiene gerade bei Menschen mit hohem Koffeinkonsum verbessern.

Kommentare

User #3607 (nicht angemeldet)

Ist halt wie bei vielen anderen Substanzen, nicht bei Jedem wirken sie gleich!

User #2967 (nicht angemeldet)

Weis man schon lange.

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