Warten in Dubai: Schweizer Influencerin schiesst gegen Schweiz
Eine Schweizer Influencerin sitzt mit ihrer Familie in Dubai fest und kritisiert den Bundesrat auf Social Media wegen fehlender Evakuierungsflüge.
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Das Wichtigste in Kürze
- Eine Influencerin kritisiert fehlende Evakuierungsflüge der Schweizer Regierung.
- Sie sitzt mit ihrer Familie in Dubai fest und spricht von grosser Unsicherheit.
- Laut EDA warten rund 4800 Schweizer im Nahen Osten auf eine Ausreise.
In einem Instagram-Reel meldet sich die Influencerin aus ihrem Hotelzimmer in Dubai. Auf dem Video liegt sie im Bett, im Hintergrund läuft Musik. In der Bildunterschrift beschreibt sie die Situation der vergangenen Tage.
Sie lebe in der Schweiz und sei derzeit mit ihrer Familie in Dubai. Rückblickend räume sie ein, sich vor der Reise zu wenig über die Lage informiert zu haben. Die vergangenen 48 Stunden seien für sie jedoch ein Schock gewesen.
Besonders frustriert zeigt sie sich über die fehlende Unterstützung durch die Schweiz. Während Freunde von der österreichischen Botschaft abgeholt und über den Oman ausgeflogen worden seien und sich Deutsche auf Evakuierungslisten setzen lassen könnten, habe sie von der Schweizer Botschaft lediglich den Hinweis erhalten, ihre Airline zu kontaktieren.
Dort sei allerdings niemand erreichbar gewesen. Das könne sie in der aktuellen Situation zwar nachvollziehen. «Aber dieses Warten, diese Unsicherheit und nicht zu wissen, ob und wann wir mit den Kindern nach Hause kommen, ist unglaublich beängstigend», schreibt sie.

Gleichzeitig betont sie, dass es ihr und ihrer Familie vor Ort grundsätzlich gut gehe. Es gebe Wasser, Strom, Essen und viele hilfsbereite Menschen. Inzwischen habe die Familie einen Rückflug für Freitag buchen können und hoffe, dass sich die Lage bis dahin beruhige.
Tausende Schweizer noch im Nahen Osten
Mit ihrer Situation ist die Influencerin nicht allein. Laut dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sitzen derzeit rund 4800 Schweizer Reisende im Nahen Osten fest.
Die Schweiz organisiert keine eigenen Evakuierungsflüge. Laut EDA verfügt das Land über keine Transportflugzeuge für solche Einsätze. Stattdessen arbeitet die Regierung mit Fluggesellschaften und internationalen Partnern zusammen, um Ausreisen zu ermöglichen.

Betroffene Reisende können sich über die «Travel Admin»-Plattform des EDA registrieren und sich für verfügbare Flüge anmelden. Gleichzeitig wurden eine Hotline eingerichtet und die Schweizer Vertretungen vor Ort verstärkt.
Um 19 Uhr landete in Zürich eine Maschine aus Abu Dhabi
Einige Dutzend Schweizerinnen und Schweizer konnten Anfang der Woche mit kommerziellen Flügen ausreisen. Laut der Internetseite des Flughafens Zürich war etwa am Dienstagabend kurz vor sieben Uhr abends ein Flugzeug der Etihad-Fluggesellschaft aus Abhu Dabi in Zürich gelandet.
Auch eine Maschine der Airline Emirates brachte am Dienstagabend zahlreiche Schweizer zurück in die Heimat. Dazu gehörten etwa auch der Schweizer Comedian Stefan Büsser und das Schweizer Reality-Sternchen Elena Miras.
Die meisten warten jedoch weiterhin in Hotels, während Fluggesellschaften den Verkehr nur sehr eingeschränkt wieder aufnehmen. Die Direktorin für konsularische Angelegenheiten im EDA, Marianne Jenni, erklärte, dass Geduld nötig sei. Der Luftraum könnte noch länger eingeschränkt bleiben.














