Erziehung wird zur Zerreissprobe für gestresste Eltern
Erziehung sorgt bei vielen Eltern für wachsenden Druck. Eine Expertin beobachtet dabei einen heiklen Trend im Umgang mit den eigenen Kindern.

Erziehung gerät für viele Eltern zunehmend unter Druck, wie die «Frankfurter Rundschau» berichtet. Immer mehr Mütter und Väter suchen demnach bei generativer KI Rat in schwierigen Erziehungsfragen.
Die Erziehungsexpertin und Buchautorin Nicola Schmidt sieht darin einen heiklen Trend mit ernsten Folgen für Familien. Sie erklärt, dass Eltern viel zu oft hören, sie genügten nicht.
Schmidt warnt vor einer gefährlichen Dynamik in belasteten Familien. Gestresste Eltern würden demnach ungeduldiger und schauten negativer auf ihre Kinder, wodurch beidseitig Stress entstehe.
Auch Kinder nutzen Chatbots immer häufiger
Nicht nur Eltern, auch Kinder greifen im Alltag auf KI zurück, berichtet das «Ärzteblatt». Laut einer Langzeitstudie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf nutzen rund zehn Prozent der Minderjährigen Chatbots gegen Einsamkeit.
Bei Jugendlichen mit depressiven Symptomen liegt dieser Anteil sogar bei 33 Prozent, heisst es weiter. Ein Drittel der Befragten gab zudem an, sich von einem Chatbot besser verstanden zu fühlen als von echten Menschen.
Die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz mahnt deshalb zu mehr Orientierung im Umgang mit KI. Laut der «BzKJ» nutzen zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen Chatbots mittlerweile mindestens einmal pro Woche.
Erziehung: Strukturelle Entlastung statt bessere Algorithmen
Für die Erziehung brauche es am Ende keinen besseren Algorithmus, sondern echte gesellschaftliche Unterstützung, sagt Schmidt laut der «Frankfurter Rundschau».

Eltern sollten erziehen können, ohne gleichzeitig wie ohne Kinder arbeiten zu müssen.
Der Griff zur KI sei oft Ausdruck einer tiefen Sehnsucht nach mehr Zeit und direkter Hilfe im Alltag. Eine Gesellschaft, die Eltern wirklich den Rücken stärke, könne diesen heiklen Trend langfristig abschwächen.
















