Eine US-Studie liefert eine mögliche Erklärung, warum das Coronavirus noch Monate nach einer Infektion unsere Organe beeinträchtigt. Es überlebt im Körper.
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Ein vom Coronavirus genesener Patient bekommt in einer Lungentest-Kabine in einer Rehaklinik die Lungenfunktion gemessen. (Archivbild). - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Über Long-Covid weiss die Wissenschaft aktuell noch fast nichts.
  • Jetzt will eine US-Studie herausgefunden haben, wieso Langzeitfolgen auftreten.
  • Das Virus überlebt demnach nach einer Infektion bis zu 230 Tagen in unseren Organen.

Über Long-Covid ist bisher noch wenig bekannt. Forscher weltweit versuchen aber herauszufinden, wie das Coronavirus noch Monate nach der Infektion unseren Körper so stark beeinträchtigen kann. Jetzt liefert eine US-Studie wichtige neue Erkenntnisse.

Coronavirus überlebt in uns drin

Fazit: Das Virus ist zäher, als die Wissenschaft bisher angenommen hat. Nach einer Infektion befällt das Coronavirus innert weniger Tage via die Atemwege fast jedes Organ in unserem Körper.

Virologe Streeck
Das Coronavirus unter dem Mikroskop. Es überlebt gemäss neusten Erkenntnissen mehrere Monate in unseren Organen. - National Institutes of Health/AFP/Archiv

Dort überlebt es aber mehrere Monate. Es vermehrt sich weiter und behindert die Organe auch noch, wenn in den Atemwegen längst keine Viren mehr nachgewiesen werden. Das hat eine Studie der National Institutes of Health in Bethesda, Maryland ergeben, die im Fachjournal «Nature» veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler entdeckten Spuren des Virus in Herz, Gehirn und anderen Organen bis zu 230 Tage nach Auftreten der Symptome. Es wird davon ausgegangen, dass diese übriggebliebenen Viren die Ursache für Long-Covid-Effekte sind.

Langzeitfolgen der Pandemie noch unbekannt

«Eine bemerkenswert wichtige Arbeit», findet Ziyad Al-Aly, ein Epidemiologe aus Missouri, der an Long-Covid forscht. «Seit einiger Zeit fragen wir uns, warum Covid so lange auf so viele Organsysteme zu wirken scheint.»

Welches Long-Covid-Symptom wäre am unerträglichsten für Sie?

Die Studie, die sich mehrheitlich auf Daten von Covid-Verstorbenen stützt, soll jetzt durch grössere Untersuchungen bestätigt werden. Es wären wichtige Erkenntnisse im Kampf gegen die Langzeitfolgen der Pandemie.

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