Coronavirus: Deshalb führten manche Impfungen zu Hirnthrombosen

Luna Gerber
Luna Gerber

USA,

Ein Forschungsteam hat das Rätsel zu Thrombose-Erkrankungen nach Corona-Impfungen gelöst.

Coronavirus
Eine Person erhält die vierte Impfung gegen das Coronavirus, am Mittwoch, 12. Oktober 2022, in einem Impfzentrum von Lugano. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Vektor-Impfstoffe lösten während Corona extrem selten Hirnthrombosen aus.
  • Eine Immunreaktion führte laut Forschern zu fehlgeleiteten Antikörpern.
  • Die Erkenntnisse ebnen den Weg für sicherere Impfstoffe.

Medizinisch selten, medial omnipräsent: Bestimmte Corona-Impfstoffe lösten in manchen Fällen Hirnthrombosen aus.

Betroffen waren ausschliesslich Vektor-Impfstoffe wie Vaxzevria von AstraZeneca und das Präparat von Johnson & Johnson.

Bei mRNA-Impfstoffen traten diese Komplikationen nicht auf. In Deutschland wurden 106 Fälle festgestellt, 21 Menschen starben daran.

Ein internationales Forschungsteam hat nun den Grund entschlüsselt. Seine Studie im «New England Journal of Medicine» dürfte ein Baustein sein, um die nächste Impfstoff-Generation sicherer zu machen.

Seltene Genmutation barg Gefahr

Die Thrombosen entstanden durch eine komplexe Immunreaktion, zeigt die Studie. Das Immunsystem richtete sich gegen das Adenovirus-Protein VII im Impfstoff.

Ein Abschnitt dieses Proteins ähnelt dem menschlichen Plättchenfaktor 4, der bei der Blutgerinnung wichtig ist.

Nur Menschen mit einer bestimmten genetischen Variante entwickelten diese Komplikation. Bei ihnen konnte sich während der Immunreaktion eine Genmutation bilden. Die führte zur Produktion fehlgeleiteter Antikörper.

Durch diese Antikörper entstehen Blutgerinnsel im Gehirn und gleichzeitig ein Mangel an Blutplättchen. Mediziner bezeichnen dies als Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS).

«Diese Kombination aus zufälliger Mutation und genetischer Besonderheit kommt ausgesprochen selten vor. Daher ist das Risiko für diese Komplikation sehr gering», erklärt Co-Autorin Linda Schönborn von der Universitätsmedizin Greifswald.

Vom Risiko zur Lösung

Studienleiter Andreas Greinacher sieht grosse Chancen in den Forschungsergebnissen. Der Wissenschaftler: «Jetzt können wir die verantwortliche Stelle im Protein VII des Impfstoffs gezielt verändern und Vektor-Impfstoffe für alle sicherer machen.»

Bist du gegen Corona geimpft?

Die EU-Kommission widerrief die Zulassung von Vaxzevria im Mai 2024 auf Antrag von AstraZeneca. Das Unternehmen nannte wirtschaftliche Gründe für den Rückzug.

Auch das Präparat von Johnson&Johnson ist vom Markt verschwunden. Denn während die Nachfrage einbrach, kostete die Zulassung weiter.

Corona-Impfungen verhinderten mehrere Millionen Todesfälle weltweit. Die Ständige Impfkommission empfiehlt bestimmten Personengruppen weiterhin jährliche Auffrischungsimpfungen gegen den Coronavirus.

Kommentare

User #3720 (nicht angemeldet)

wenn sich irgendwann eine wirklich gefährliche, potenziell tödliche Seuche weltweit verbreitet, erwarte ich schon, dass dann all die heutigen Impfverweigerer konsequent bleiben.

User #4315 (nicht angemeldet)

Die experten sagten kein risiko..

Weiterlesen

Johnson Johnson
4 Interaktionen
Johnson & Johnson
thrombose covid 19
72 Interaktionen
Forscher aus Erlangen
virus
43 Interaktionen
Neue Variante

MEHR IN NEWS

Paris
laurence
Nach Mega-Diebstahl
Temenos
Nach Gewinnanstieg
strom
Für Stromfirmen

MEHR CORONAVIRUS

Messe Luzern
35 Interaktionen
Corona-Gelder
Covid Pfleger
11 Interaktionen
Urteil
6 Interaktionen
Luzern
Berner Fasnacht
28 Interaktionen
Seit Corona

MEHR AUS USA

apple
3 Interaktionen
Ende 2026
robert carradine
Mit 71 Jahren
Bitcoin
5 Interaktionen
Nach Zoll‑Eskalation
Blizzard USA
1 Interaktionen
Blizzard