Ziobro flieht aus Ungarn – Polens Ex-Minister in den USA
Der angeklagte Ex-Minister Zbigniew Ziobro hat sein Asyl in Ungarn verlassen und ist in die USA geflohen.

Der frühere polnische Justizminister Zbigniew Ziobro hält sich laut mehreren Medienberichten nun in den USA auf. Wie der «ORF» berichtet, wurde er am Newark Liberty International Airport fotografiert.
Aufgenommen wurde das Bild vom polnischen Sender TVN24, der es laut «T-Online» veröffentlichte. Es soll von einem anderen Reisenden stammen und zeigt Ziobro in einem Schnellrestaurant.
Ziobro selbst bestätigte seinen Aufenthalt gegenüber dem Sender Republika. «Ich bin gestern angekommen», sagte der Politiker der rechtskonservativen PiS laut dem «Stern».
26 Straftatbestände und bis zu 25 Jahre Haft
Polens Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen den 55-Jährigen wegen insgesamt 26 Straftatbeständen, wie «Euronews» berichtet.
Bei einer Verurteilung drohen Ziobro nach Angaben der polnischen Ermittler bis zu 25 Jahre Haft. Ziobro bezeichnete die Vorwürfe laut Medienberichten als politisch motiviert, berichtet der «Stern».
Wie er ohne gültigen Pass reisen konnte, ist laut «T-Online» bisher unklar. Das polnische Aussenministerium hatte seinen Reisepass bereits nach der Flucht nach Ungarn für ungültig erklärt.
Magyar: Ungarn keine Auffangstation mehr für gesuchte Kriminelle
Polens Justizminister Waldemar Zurek gab laut «ORF» bekannt, Warschau werde ein Auslieferungsersuchen an die USA stellen. Zuvor wolle Polen von beiden Ländern wissen, auf welcher rechtlichen Grundlage Ziobros Einreise möglich gewesen sei.

Ungarns neuer Regierungschef Péter Magyar hatte nach seinem Wahlsieg angekündigt, das Land werde Ziobro nicht länger schützen. «Ungarn wird nicht mehr eine Auffangstation für international gesuchte Kriminelle sein», sagte Magyar Mitte April laut «ORF».
Ziobro könnte laut «Euronews» über einen sogenannten Genfer Pass gereist sein. Dieses Dokument wird Personen ausgestellt, denen im Aufnahmeland Flüchtlingsstatus zuerkannt wurde.












