Wladimir Putin sucht wieder den Dialog mit der Nato und fordert Sicherheitsgarantien des Westens. Grund dafür sind die Spannungen in der Ostukraine.
Wladimir Wladimirowitsch Putin
Der russische Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Russland fordert vom Westen verbindliche Sicherheitsgarantien.
  • Nun droht Putin vor den möglichen Verhandlungen Konsequenzen im Falle eines Scheiterns an.
  • Die Nato plant für den Januar Gespräche, die Zeichen für einen Dialog stehen gut.

Russlands Staatschef Wladimir Putin hat dem Westen mit nicht näher genannten Schritten gedroht. Dies, sollten seine Vorschläge für verbindliche Sicherheitsgarantien abgelehnt werden. Im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen hänge die Antwort «von den Vorschlägen ab, die mir unsere Militärexperten unterbreiten werden.» Das sagte der Präsident am Sonntag im Staatsfernsehen.

Angesichts der Spannungen plant die Nato Gespräche mit Moskau. Der Nato-Russland-Rat könnte im Januar erstmals wieder seit zweieinhalb Jahren tagen. Moskau prüft eine Teilnahme noch. Putin signalisierte aber einmal mehr seine Bereitschaft, die neuen Spannungen im Ukraine-Konflikt diplomatisch zu lösen.

Wladimir Putin fordert «schnelle, konkrete Lösung»

Für Januar sind Gespräche mit den USA angesetzt. Moskau fordert in einem bereits veröffentlichten Entwurf einer Vereinbarung ein Ende der Nato-Osterweiterung, durch die es sich bedroht sieht. Zudem will Russland erreichen, dass die Ukraine kein Nato-Mitglied wird. Das westliche Militärbündnis hat diese Forderung stets zurückgewiesen.

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Dmitri Peskow, Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Wladimirowitsch Putin, an einer Videokonferenz im Moskauer Kreml. - dpa

Putins Sprecher Dmitri Peskow warnte im Staatsfernsehen davor, die anstehenden Gespräche in die Länge zu ziehen. «Eine Entscheidung ist erforderlich, eine schnelle, konkrete Lösung – und eine Lösung, die unseren Interessen entspricht.»

Seit Wochen lösen im Westen Erkenntnisse Sorgen aus, wonach Russland in Gebieten unweit der Ukraine Zehntausende Soldaten zusammengezogen hat. Das Verteidigungsministerium in Moskau kündigte am Samstag an: Mehr als 10'000 Soldaten kehren nach einem Manöver wieder zu ihren Stützpunkten zurück. Offen blieb aber, wie viele sich davon an der Grenze zur Ukraine aufgehalten hatten.

Putin hatte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz auf eine Frage zur Ukraine keine klare Antwort gegeben. Er wurde gefragt, ob er garantieren könne, dass sein Land nicht die Ukraine überfalle. Sein Sprecher Peskow sagte am Wochenende zu den Befürchtungen des Westens: «Russland hat noch nie jemanden zuerst angegriffen

«Wir sind offen für einen Dialog»

2014 hatte sich Russland hatte trotz aller internationalen Proteste die ukrainische Halbinsel Krim einverleibt. Der Westen hat Moskau mit harten Konsequenzen im Falle eines Angriffs gegen das Nachbarland gedroht.

Derzeit stehen die Zeichen vorerst auf Dialog, ein Nato-Beamter erklärte in Brüssel, dass Generalsekretär Jens Stoltenberg entschieden habe, am 12. Januar ein Treffen des Formats Nato-Russland-Rat einzuberufen. Aus dem russischen Aussenministerium hiess es, Format und Zeitpunkt müssten noch geklärt werden. «Aber wir sind offen für einen Dialog.»

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Wolodymyr Selenskyj in Brüssel - POOL/AFP

Immer wieder gibt es Spannungen im Konflikt in der Ostukraine, der bereits seit 2014 dauert. In den Regionen Luhansk und Donezk stehen sich ukrainische Regierungstruppen und von Russland unterstützte Separatisten seit 2014 gegenüber. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen starben dort bisher mehr als 13 000 Menschen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte bei einem Gespräch mit US-Abgeordneten von Kongress und Senat: Die UN sollten in den Friedensprozess mit einbezogen werden. «Jetzt zählen mehr denn je nicht mehr Worte, sondern entschlossenes Handeln. Mein Ziel ist es, das Blutvergiessen in der Ostukraine zu stoppen», sagte er dem Präsidialbüro zufolge. Die Sicherheit Europas sei gefährdet.

In der Ostukraine hatten sich die Konfliktparteien kurz vor Weihnachten darauf verständigt, sich an den Waffenstillstand halten zu wollen. Er besteht seit anderthalb Jahren. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) berichtete dennoch von vielen Verstössen. Die OSZE beklagte in einer in der Nacht zum Sonntag veröffentlichten Mitteilung: Die Arbeit der unabhängigen Beobachter sei am Vortag in der Region Luhansk behindert worden.

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