Cyber-Erpressung: Jede vierte Ösi-Firma bezahlt Betrügern Lösegeld
In Österreich sorgen sich Unternehmen um die Cyber-Sicherheit. Jede vierte erpresste Firma gibt an, Lösegeld bezahlt zu haben, teils im sechsstelligen Bereich.

Das Wichtigste in Kürze
- Immer wieder werden in Österreich Firmen von Cyber-Kriminellen erpresst.
- Laut der Studie hat jede vierte Firma, die erpresst wurde, Lösegeld an Betrüger bezahlt.
- 14 Prozent der Unternehmen zahlten dabei zwischen 100'000 und 500'000 Euro.
Österreichische Unternehmen sehen sich vermehrt mit Herausforderungen bezüglich Cyber-Sicherheit konfrontiert. Besonders die Automobilindustrie, der Tourismus, die Energiewirtschaft und Lebensmittelfirmen leiden unter Angriffen im Netz.
Das zeigt eine Studie des österreichischen Kompetenzzentrums für innere Sicherheit und der Firma KPMG, die Unternehmen in verschiedenen Themen berät. Befragt wurden knapp 1400 Unternehmen.
Im vergangenen Jahr stieg die Anzahl der Cyber-Angriffe laut der Studie stark an: Jeder achte Angriff soll erfolgreich gewesen sein.
Firmen zahlen bis zu 500'000 Euro Lösegeld
Gelingt es den Tätern, einen erfolgreichen Cyber-Angriff durchzuführen, machen sie dadurch oftmals richtig viel Geld.
Die Masche: Den Unternehmen den Zugriff auf ihre Systeme blockieren und für die Freischaltung Lösegeld fordern.
Wie die Studie zeigt, sehen viele Unternehmen meist keinen anderen Ausweg, als das von den Betrügern geforderte Lösegeld zu bezahlen.
Rund jede vierte erpresste Firma gibt an, Lösegeld bezahlt zu haben. In 14 Prozent der Fälle lag die Summe dabei zwischen 100'000 und 500'000 Euro.
Nicht verwunderlich also, dass nur 15 Prozent der Befragten zuversichtlich sind, dass Österreich gut gegen Cyberkriminalität gewappnet ist.
Künstliche Intelligenz verstärkt die Bedrohung
Insbesondere mit künstlicher Intelligenz wächst die Bedrohung. Fast die Hälfte meint, dass KI vermehrt für Angriffe eingesetzt wird. Auch die Abhängigkeit von anderen Ländern, besonders den USA, sei ein Problem.
Am weitesten verbreitet sind Angriffe per Mail mit Malware, also mit schädlicher Software, beispielsweise Viren oder Trojanern.
Ganze 78 Prozent der Befragten berichten davon. Dahinter folgen Phishing-Links, Scam-Anrufe oder gefälschte Mails, beispielsweise vom vermeintlichen CEO.
In der Hälfte der Fälle steckt organisierte Kriminalität dahinter. 40 Prozent der Fälle, so die «Kronen Zeitung», konnten auf keinen identifizierbaren Täter zurückgeführt werden.
Ehemalige Mitarbeitende verursachten dabei unabsichtlich acht Prozent der Cyber-Probleme. Sie müssen wohl in den letzten Tagen der Anstellung nachlässig geworden sein.
Auch in der Schweiz werden immer wieder Firmen von Cyber-Kriminellen erpresst. Anfang Jahr traf es etwa den Luzerner Zahnbürstenhersteller Trisa.

















