Gewalt

    Gewalt und Drohungen: Juden wollen aus Angst aus Deutschland fliehen

    Karin Aebischer
    Karin Aebischer

    Deutschland,

    Antisemitismus ist in Deutschland und vor allem in Berlin seit dem 7. Oktober 2023 weit verbreitet. Juden wollen aus Angst nun Konsequenzen ziehen.

    Juden Antisemitismus
    In Deutschland hat sich die Lage für Juden seit dem 7. Oktober 2023 stark verschlechtert. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Berlin herrscht in der jüdischen Bevölkerung ein «Klima der Angst».
    • Angriffe gehören zum Alltag.
    • Immer mehr Juden wollen deshalb Deutschland verlassen.

    «Jüdisches Leben in Deutschland ist so bedroht wie schon lange nicht mehr.»

    Diese kürzlich getätigte Aussage stammt vom deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz. Und heute bestätigen aktuelle Zahlen: Die Anzahl antisemitischer Vorfälle in Berlin bleibt extrem hoch.

    Gibt es in deinem Umfeld Antisemitismus?

    So dokumentiert die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) für 2025 insgesamt 2197 antisemitische Vorfälle in der Hauptstadt.

    Das sind gemäss der «Bild»-Zeitung zwar rund 13 Prozent weniger als 2024 (2521 Vorfälle). Aber dennoch mehr als doppelt so viele wie vor dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023.

    Drohungen und Pöbeleien sind Alltag

    Der jüdische Rapper Ben Salomo (49), der in Israel geboren ist, erklärt gegenüber der Zeitung, wie er die Situation erlebt. «Ich war letztens auf einer Party. Die meisten dort waren Juden. Wirklich alle sprachen darüber, dass sie aus Deutschland auswandern wollen.»

    Er plane das auch. Denn für die Juden habe sich die Lage im Land «dramatisch verschlechtert». Drohungen und Pöbeleien gegen ihn und seine Familie gehörten zum Alltag.

    Von einem «Klima der Angst» sprach heute auch der Antisemitismusbeauftragte der Jüdischen Gemeinde von Berlin.

    «Ich weiss von Personen, die Berlin verlassen wollen. Lebensplanungen werden über den Haufen geworfen. Insbesondere bei jungen Menschen, die gehen wollen», wird Sigmount Königsberg zitiert.

    Berlin sei für Juden kein sicherer Ort mehr. Im Juli 2025 habe die Antisemitismus-Stelle in Berlin 327 Vorfälle in nur einem Monat registriert.

    Juden und Israelis würden beschimpft, bespuckt oder angegriffen. Sei es in U-Bahnen, auf der Strasse oder gar in Cafés. Jüdische Symbole wie die Kippa oder der Davidstern würden in Berlin deshalb immer seltener offen getragen.

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