Zwei im Ukraine-Krieg von Russland gefangengenommene Briten werden im russischen TV vorgeführt. Sie bitten Premierminister Johnson um einen Tausch.
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Grossbritanniens Premierminister Boris Johnson wird um einen Gefangenentausch gebeten. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Russland hat am Wochenende einen zweiten britischen Gefangenen im TV vorgeführt.
  • Am Montag wurde im Fernsehen ein weiteres Video veröffentlicht.
  • Darin bitten er und ein weiterer Gefangener um einen Tausch mit Viktor Medwedtschuk.

Russland hat im Ukraine-Krieg am Wochenende einen zweiten britischen Gefangenen im TV vorgeführt. Britischen Medien zufolge handelt es sich um Shaun Pinner, der kürzlich in Mariupol gefangengenommen wurde. In einem Clip wird er zu seiner Festnahme befragt.

Pinner ist nach Aiden Aslin bereits der zweite Brite, der im russischen TV als Gefangener präsentiert wird. Auch Aslin kämpfte im Ukraine-Krieg in Mariupol. Er war letzte Woche mit Handschellen und Verletzungen am Kopf in einem Clip zu sehen.

Weder als «Freiwilliger noch Söldner» im Ukraine-Krieg

Die beiden Briten sind seit wenigen Jahren in der Ukraine lebhaft und Teil der Streitkräfte. Pinner diente zuvor neun Jahre dem Royal Anglian Regiment.

Später stellte er sich in Syrien im Kampf gegen die IS an die Seite der Kurdish People's Protection (YPG). In der Ukraine haben Pinner sowie Aslin ein neues Leben begonnen.

Macht Ihnen der Ukraine-Krieg Angst?

Gemäss seiner Familie kämpfe Pinner in der Ukraine als Mitglied der ukrainischen Armee. Er sei weder «ein Freiwilliger noch ein Söldner», werden die Angehörigen von der «Times» zitiert. Man hoffe nun auf «eine schnelle Lösung, damit Shaun und Aiden sicher zurückkehren können».

Tausch gegen Putin-Freund Medwedtschuk

Am Montag veröffentlichte das russische Staatsfernsehen ein weiteres Video mit beiden Gefangenen. Darin bitten sie um ihren Austausch gegen den pro-russischen ukrainischen Unternehmer Viktor Medwedtschuk. Wie frei die beiden Kämpfer sprechen können, ist unklar.

Die beiden ausgezehrt wirkenden Männer richten sich in der Aufnahme an Boris Johnson. Sie bitten den britischen Premierminister darum, ihre Freilassung zu verhandeln. Wo das Video aufgenommen wurde, war zunächst unklar.

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Wiktor Medwedtschuk wurde in der westukrainischen Region Zakarpattia verhaftet. Als der Ukraine-Krieg ausbrach, war der Putin-Freund aus seinem Hausarrest geflüchtet.
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Wolodymyr Selenskyj schlug einen Austausch von Medwedtschuk gegen Kriegsgefangene vor.
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Wiktor Medwedtschuk und Wladimir Putin (Archiv): Der ukrainische Oligarch und der Kreml-Chef gelten als enge Freunde.
Wladimir Putin
Wladimir Putin.

Nahezu zeitgleich veröffentlichte der ukrainische Inlandsgeheimdienst ein Video Medwedtschuks. In diesem bitte dieser um seinen Austausch gegen die verbliebenen ukrainischen Verteidiger und Bewohner Mariupols.

Befragt werden die beiden Männer in dem Video von dem WGTRK-Journalisten Andrej Rudenko. Er zeigt ihnen ein in der vergangenen Woche veröffentlichtes Video von Medwedtschuks Frau Oxana Martschenko. Darin fordert sie den Austausch ihres Mannes gegen die beiden Briten.

Selenskyj schlug Tausch von Medwedtschuk vor

Der pro-russische Unternehmer Medwedtschuk war in der vergangenen Woche in der Ukraine festgenommen worden. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, ukrainische Militärgeheimnisse an Moskau weitergegeben zu haben.

Medwedtschuk gilt als enger Putin-Vertrauter. Selenskyj hatte Moskau in der vergangenen Woche angeboten, Medwedtschuk gegen ukrainische Kriegsgefangene auszutauschen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte daraufhin erklärt, Medwedtschuk sei «kein russischer Staatsbürger».

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