Westliche Länder haben Russland von Swift ausgeschlossen. Die Schweiz schliesst sich der Sanktion im Ukraine-Krieg an. Ein Experte ordnet die Folgen ein.
Ukraine Konflikt
Wegen dem Ukraine-Konflikt rechnet ein Schweizer Wirtschaftsexperte mit leeren Regalen in russischen Supermärkten. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Westliche Länder – darunter auch die Schweiz – haben Russland aus Swift ausgeschlossen.
  • Internationale Zahlungen sind möglich, doch die Kommunikation stark erschwert.
  • Laut einem Experten wird dies zu Lieferengpässen und leeren Regalen in Russland führen.

Aufgrund der Aggressionen im Ukraine Krieg haben westliche Staaten, allen voran die Europäische Union, Russland letzte Woche von Swift ausgeschlossen. Die Schweiz zog nach: «Die Schweiz trägt das mit und schaut, dass keine Umgehungen möglich sind.» Das sagte Bundesrat und Finanzminister Ueli Maurer an der Medienkonferenz vom Montag.

Doch was bedeutet der Ausschluss aus dem privaten Finanz-Kommunikations-System für die Russen? Wirtschaftsexperte Reto Föllmi von der Universität St. Gallen ordnet für Nau.ch ein.

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Ukraine Konflikt: Ein Demonstrant hält ein Schild mit der ukrainischen Flagge und der Aufschrift «Russland jetzt abschneiden!». (Symbolbild) - dpa

Er erklärt, Swift sei zwar «nur» ein Kommunikationsnetzwerk, die betroffenen Banken seien also nicht vom internationalen Zahlungssystem abgeschnitten. Laut Föllmi sind internationale Banktransaktionen somit weiterhin möglich.

Aber, um «eine solche Zahlung zu verifizieren, müssen die Zahlungs- und die Empfängerbank Telefon und Bank verwenden». Gemäss dem Experten würden die internationalen Zahlungen deshalb «gerade für Handelsgeschäfte ungemein erschwert».

Sanktionen im Ukraine-Krieg: Russland muss mit leeren Regalen rechnen

Auch die Schweiz ist mit der Übernahme der EU-Sanktionen davon betroffen. Föllmi erklärt, dass Zahlungen aus und in das Schweizer Bankensystem nun erschwert seien. Der direkte Rohstoffhandel zwischen der Schweiz und Russland sei aber bescheiden, der Grossteil des Gases werde über Deutschland importiert.

Reto Föllmi
Reto Föllmi ist Professor für Internationale Ökonomie an der Universität St. Gallen. - zvg

Inwiefern sind aber andere westlichen Staaten von dieser Sanktion betroffen? «Ein Swift-Ausschluss betrifft immer beide Seiten» erklärt Föllmi. Es seien allerdings bewusst nicht alle russischen Banken betroffen.

Trotzdem warnt der Experte vor Einschränkungen: «Die Zahlungen von Gaslieferungen werden deutlich erschwert.» Er vergleicht die Sanktion mit dem Ausschluss von iranischen Banken im Jahr 2012. Dieser hätte einen wesentlichen Effekt auf die iranischen Ölexporte gehabt, der iranische Aussenhandel habe um ein Drittel abgenommen.

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Der Hauptsitz des Banken-Kommunikationsnetzwerks Swift (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) in der Nähe von Brüssel. Foto: James Arthur Gekiere/BELGA/dpa - dpa-infocom GmbH

Reto Föllmis Prognose für Russland wegen des Ukraine-Kriegs: «Der Rückgang des Aussenhandels wird zu Preissteigerungen und vor allem zu Lieferengpässen und leeren Regalen führen.»

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