Die EU und USA verhängen harte Sanktionen gegen Wladimir Putin und Russland. Die Schweiz wartet im Ukraine-Krieg noch zu – die Reaktionen aus dem Ausland.
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Bisher hat die Schweiz im Ukraine Konflikt Neutralität gross geschrieben. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweiz sorgt mit ihrem Neutralitäts-Kurs im Ukraine-Krieg für Kopfschütteln.
  • Im Ausland stichelt man gegen die Schweiz, es gehe nur um Wirtschafts-Interessen.

Sperren des Luftraums, Einfrieren von Bankkonten, Ausschliessen aus Swift – viele Länder haben harte Sanktionen gegen Russland verhängt. Nicht so die Schweiz. Obwohl sich der Bundesrat bereits mehrmals zum Ukraine-Krieg ausgetauscht hat, wurden bisher keine harten Sanktionen beschlossen.

Die Schweiz bleibt sich – zumindest bisher – treu und damit neutral.

Ukraine Krieg: Neutralität nur Vorwand?

Im Ausland sorgt die berühmte Schweizer Neutralität im Ukraine-Krieg vor allem für eines – Unverständnis. Die «Bild am Sonntag» titelt: «Die Schweiz bleibt Liebling von Putins Super-Reichen». Die «Süddeutsche Zeitung» schreibt über die vagen Sanktionen der Schweiz gegen Russland.

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Ukraine-Konflikt: Ukrainische Soldaten beziehen Stellung in der Kiewer Innenstadt. Foto: Emilio Morenatti/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Im «Spiegel» steht: «Die Zurückhaltung der Eidgenossen könnte auch damit zusammenhängen, dass in dem Land zahlreiche Rohstoffkonzerne ihren Sitz haben, die Geschäft mit russischem Öl und Gas machen.» Ob der Spagat gelingen werde, sieht der «Spiegel» als fragwürdig an.

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So titelt die US-Tageszeitung Politco. - Screenshot Politico

Auch der US-Zeitung «Politico» ist die Untätigkeit der Schweiz aufgefallen und titelt: «EU greift die Schweiz an, nachdem die Regierung die Russland-Sanktionen hinauszögert».

In Australien hat die Haltung der Schweiz ebenfalls keinen guten Stand. Die australische «The Herald Sun» hält es für wahrscheinlich, dass vor allem wirtschaftliche Interessen die Schweiz zurückhalten.

Bundesrat trifft sich zur Sondersitzung

Die Neutralität der Schweiz sei also ein Vorwand, um die Wirtschaftsinteressen zu schützen, so der Tenor im Ausland.

Haben Sie Angst vor einer Eskalation des Ukraine-Konflikts?

Ob sich dies heute ändert, wird sich zeigen. Der Bundesrat wird sich um 11.30 Uhr zu einer Krisensitzung treffen, anschliessend dürften die Entscheidungen an einer Medienkonferenz verkündet werden. Gegenüber «RTS» hat Aussenminister Ignazio Cassis bereits angetönt, dass es «sehr wahrscheinlich» sei, dass der Bundesrat russische Vermögen einfrieren will.

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