Coronavirus

    Stiftung: Corona-Todesfälle durch Sepsis oft zu verhindern

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    Deutschland,

    Die Erkrankung Covid-19 kann Ärzten zufolge eine lebensgefährliche Blutvergiftung verursachen. Die frühen Symptome einer solchen Sepsis sind allgemein wenig bekannt. Dabei gibt es klare Warnhinweise.

    Viele Corona-Patienten sterben nach Auskunft der deutschen Sepsis-Stiftung an einer unerkannten Blutvergiftung. Szene auf einer Ludwigsburger Intensivstation in einem Zimmer von Covid-19-Patienten. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
    Viele Corona-Patienten sterben nach Auskunft der deutschen Sepsis-Stiftung an einer unerkannten Blutvergiftung. Szene auf einer Ludwigsburger Intensivstation in einem Zimmer von Covid-19-Patienten. Foto: Sebastian Gollnow/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Viele Corona-Patienten sterben nach Auskunft der deutschen Sepsis-Stiftung an einer unerkannten Blutvergiftung.

    Ein solcher Verlauf könne durch eine bessere Früherkennung und eine angepasste Behandlung oft verhindert werden.

    Nach wie vor gebe es eine weit verbreitete Unkenntnis über das Thema Sepsis in der Bevölkerung, aber zum Teil auch beim medizinischen oder pflegerischen Personal, sagte der Stiftungs-Vorsitzende Konrad Reinhart dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

    «Ein grosses Problem ist, dass viele Patienten, die sich mit einer unkomplizierten Covid-19-Erkrankung zu Hause kurieren wollen, nicht rechtzeitig bemerken, wenn diese in eine Sepsis übergeht», erläuterte Reinhart. «Wer Anzeichen wie ein plötzliches extremes Krankheitsgefühl, Fieber, einen hohen Puls, Verwirrtheit oder Schüttelfrost bemerkt, sollte auf keinen Fall abwarten und sofort ein Krankenhaus aufsuchen oder den Notarzt rufen.»

    Bei einer Sepsis - allgemein Blutvergiftung genannt - handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems auf eine Infektion. Diese schädigt Organe und kann innerhalb von Stunden zum Tod führen. Eine Sepsis kann nicht nur im Verlauf einer Covid-19-Erkrankung entstehen, sondern auch etwa nach Lungenentzündungen, Harnwegsinfektionen und Grippeerkrankungen. Letztlich können Hunderte Erreger - Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze - eine Sepsis verursachen.

    Nach Angaben der Sepsis-Stiftung sterben jedes Jahr rund 75.000 Menschen in Deutschland an einer Sepsis. Etwa 15.000 bis 20.000 davon könnten nach Darstellung der Stiftung gerettet werden, wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt und adäquat behandelt würde.

    Der Intensivmediziner Reinhart fordert daher einen Nationalen Sepsisplan. Unterstützt werde diese Forderung von zahlreichen Fachgesellschaften, dem Robert Koch-Institut (RKI) und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

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