Stierkampfgegner protestieren im Südwesten Frankreichs dagegen, dass Kindern die umstrittene Tradition auf öffentlichen Freizeitgeländen näher gebracht wird.
Stierkampf Torero
Ein Torero mit einem Stier (Symbolbild). - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Stierkampf sorgt in Südfrankreich für Kontroversen.
  • Gegner verlangen dessen Einstellung und kritisieren, dass auch Kinder zusehen.
  • Befürworter argumentieren mit einer langen Tradition, die weiterbestehen müsse.

In Béziers wollten die Sierkampf-Gegner am Mittwoch vor einem Freizeitzentrum demonstrieren, das für Kinder einen Besuch bei Kampfstier-Züchtern organisiert. Dies tut es in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Stierkampf-Verein.

Wie die Anti-Stierkampf-Gruppe Colbac mitteilte, würden Schüler der Stierkampfschule den Kindern dabei Schaukämpfe vorführen. Der Stierkampf-Verein wolle auf diesem Weg mit Unterstützung der Stadtverwaltung Nachwuchs gewinnen.

Eltern müssten sensibilisiert sowie der Besuch und die Zusammenarbeit mit dem Verein sollten beendet werden. Generell kämpft Colbac dafür, dass in Béziers und Frankreich insgesamt keine Stierkämpfe mehr organisiert werden. Ein als Spektakel inszeniertes Leiden von Tieren sei nicht mehr akzeptabel.

Stierkampf Sebastian Castella
Der französische Stierkämpfer Sebastian Castella. (Archivbild) - DPA

Der örtliche Stierkampf-Verein sieht das anders: Seit über 160 Jahren gehöre der Stierkampf zur Geschichte Béziers und Südfrankreichs, erklärte Vereinssprecher Hugues Bousquet. Es sei also weder schockierend oder anormal, wenn Kinder und Schüler bei Besuchen und Vorführungen mit Stierkampftradition in Kontakt kämen. Zudem seien Versuche, die Stierkampfschulen in Béziers, Nîmes und Arles zu verbieten, vor dem höchsten Gericht gescheitert.

Teilerfolg für Gegner: Kinder benötigen künftig elterliche Zustimmung

Der Protest der Stierkampfgegner hatte zumindest in der vergangenen Woche Erfolg. Der Besuch einer Kindergruppe im Stierkampfmuseum wurde abgesagt.

Künftig verlangt der Bürgermeister die schriftliche Zustimmung der Eltern, wenn Kinder an Stierkampfaktivitäten teilnehmen sollen. Dies berichtete der Sender France Info. Unterdessen rüstet Béziers sich für die alljährlichen Stierkampftage Ende Oktober, zu denen auch Kämpfe in der Arena gehören.

Im französischen Baskenland und in Spanien wird seit Jahren über die Stierkampftradition gestritten. Für viele ist sie Nationalsymbol und Kunst. Gegner des Brauchtums halten das umstrittene Spektakel für brutale Tierquälerei, die die Stiere oft nicht überlebten.

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