Protest

Protest gegen Wehrdienst: Ultraorthodoxe legen Verkehr in Israel lahm

Keystone-SDA
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Israel,

Aus Protest gegen die Wehrpflicht haben in Israel Tausende ultraorthodoxe Juden den Verkehr auf vielen Strassen und einer Zugstrecke lahmgelegt. Die Demonstranten blockierten am Abend zudem wichtige Autobahnen, auch in der Küstenmetropole Tel Aviv. Im ganzen Land gab es Staus. Israels Polizei meldete Konfrontationen zwischen den Ultraorthodoxen und Sicherheitskräften.

Ultraorthodoxe Israel
Ultraorthodoxe legen den Verkehr in der Nähe von Tel Aviv lahm. - keystone

Die israelische Nachrichtenseite «ynet» berichtete, die Polizei habe auch Blendgranaten und Wasserwerfer eingesetzt. Demnach wurde auch eine Autofahrerin, die mit einem Stock in der Hand aus ihrem Wagen stieg, von Demonstranten angegriffen. Weitere Einzelheiten zu dem Vorfall wurden zunächst nicht bekannt. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom meldete zudem einen verletzten 93-Jährigen, der den Angaben zufolge während des Protests angefahren wurde.

Medienberichten zufolge betraten strengreligiöse Demonstranten auch Gleise, so dass Züge auf der Strecke zwischen Tel Aviv und Jerusalem am internationalen Flughafen Ben Gurion anhalten mussten. Mehrere Medien sprachen von chaotischen Zuständen dort. Medien zufolge waren Hunderte Fahrgäste betroffen. Der Flugbetrieb lief offiziellen Angaben zufolge aber weiter.

Auslöser der Proteste war die Festnahme von ultraorthodoxen Wehrdienstverweigerern. Die Demonstranten wandten sich gegen diese Art der Bestrafung für die Betroffenen.

In Israel waren streng religiöse Männer lange von der Wehrpflicht befreit. Diese Regelung lief 2024 aus, und die Regierung scheiterte seitdem bei Versuchen, sie gesetzlich zu verlängern. Seitdem gibt es immer wieder grosse Proteste streng religiöser Juden gegen ihre Rekrutierung. Viele Ultraorthodoxe empfinden den Militärdienst als Bedrohung ihres Lebensstils, unter anderem weil Frauen und Männer gemeinsam dienen. Die Armee warnt derweil eindringlich vor einem drastischen Mangel an kampffähigen Soldaten.

Kommentare

User #1690 (nicht angemeldet)

Benny wirds schon regeln Bombenstimmung

User #3066 (nicht angemeldet)

Man muss das doch positiv sehen. Wenn das Israelische Militär zu wenig Personal hat kann es auch nicht mehr die Nachbarländer terrorisieren. Dann kann diese Regierung auch ihre Idee von einem Großisrael in den Wind blasen. Dies wiederum würde die Chancen erhöhen dass in dieser Region vielleicht wieder etwas mehr Ruhe, u.U sogar Frieden einkehren kann. Von diesem Standpunkt aus gesehen finde ich das gut dass die Ultraorthodoxen auf die Straße gehen und sich gegen den Wehrdienst wehren. Das heißt aber nicht dass ich die Art und Weise, wie diese Ultraorthodoxen das Leben und ihre Religion sehen, unterstütze. Ist mir vollkommen fremd und unverständlich wie man so leben kann wie die. Nur bewerte ich die Chance auf Frieden höher und wichtiger ein als dies, wie diese Ultraorthodoxen ihr Leben führen. Ist mir klar dass diese Art von Denken hier nicht allen passt, aber was die Regierung von Bibi da veranstaltet mit Zivilisten aus den Nachbarländern und ihrem Apartheidsstaat ist linde gesagt absolut daneben und total menschenverachtend.

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