Gewalt

Spanien: Eskalation der Gewalt gegen Migranten

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Nach Ausschreitungen in Torre Pacheco, Spanien, wird die Polizeipräsenz erhöht. Eine Person wurde bereits festgenommen.

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Nach Ausschreitungen in Spanien wird die Polizeipräsenz erhöht. (Symbolbild) - Keystone

Nach Ausschreitungen gegen Migranten im Ort Torre Pacheco im Südosten Spaniens soll die Polizeipräsenz dort für die kommenden Tage deutlich verstärkt werden. Das sagte die Delegierte der spanischen Zentralregierung in der Region Murcia, Mariola Guevara, im staatlichen Fernsehen RTVE. Fünf Menschen wurden demnach verletzt. Es gab eine Festnahme.

In der Nacht zum Sonntag hatten sich in dem etwa 40'000 Einwohner zählenden Ort südöstlich von Murcia Menschen eingefunden, die mutmasslich dem ultrarechten Milieu angehörten und gegen dort lebende Migranten vorgehen wollten. Polizeibeamte hätten eine direkte Konfrontation der beiden Gruppen verhindert, sagte Bürgermeister Pedro Ángel Roca.

Auf Fernsehbildern waren unter anderem Flaschenwürfe in Richtung der Polizei sowie in Brand gesetzte Müllcontainer und Barrikaden zu sehen. Roca sagte, es gebe keine Zahlen, wie viele Menschen sich bisher beteiligt hätten.

Aufrufe zur «Jagd auf Migranten»

Die Mehrheit sei aber von ausserhalb angereist.

Nach den Worten Guevaras hatten mutmasslich Ultrarechte in sozialen Medien ursprünglich für Mittwoch und Donnerstag zu einer «Jagd auf Migranten» in Torre Pacheco aufgerufen. «Es kam nun schon früher dazu, aber wir haben das entdeckt und reagiert», sagte sie.

Wie viele zusätzliche Beamte der Polizeieinheit Guardia Civil dort nun eingesetzt werden, sagte sie nicht.

Bereits in der Nacht zum Samstag war es Medienberichten zufolge zu ersten Ausschreitungen gekommen. Auslöser soll ein Angriff auf einen Rentner gewesen sein, der von Migranten aus dem Maghreb geschlagen worden sein soll.

Ultrarechte Szene nutzt Vorfall

Die ultrarechte Szene habe diesen noch nicht geklärten Vorfall dazu genutzt, Einwanderung und Kriminalität gleichzusetzen, schreibt die Zeitung «El País». In sozialen Medien kursierten seit Tagen Drohungen auch gegen in Torre Pacheco wohnende Familien aus Marokko, so die Zeitung weiter.

In dem Ort stellen Migranten etwa 30 Prozent der Bevölkerung, wie die Zeitung «El Mundo» schreibt. Dies sei doppelt so hoch wie der Durchschnitt in Spanien.

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