Kreml

    So verfolgt der Kreml seine Kritiker bis in die Schweiz

    Simon Huber
    Simon Huber

    Genève,

    Russland verfolgt seine Kritiker zunehmend auch im Ausland. Auch in der Schweiz sind mehrere Organisationen betroffen.

    wladimir putin
    Unter Putin geht der Kreml immer härter gegen Kritiker im Ausland vor. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Russland stuft immer mehr im Ausland tätige Organisationen als «unerwünscht» ein.
    • Zwölf Organisationen mit Schweiz-Bezug stehen bereits auf der Liste.
    • 2026 könnte die Zahl der neu gelisteten Organisationen einen neuen Höchststand erreichen.

    Am 12. April hat Russland den in Genf ansässigen Verein «Future Russia – Switzerland» als «unerwünschte Organisation» eingestuft.

    Es ist bereits die sechste Organisation mit Schweiz-Bezug, gegen die der Kreml in diesem Jahr vorgeht. Insgesamt stehen zwölf solche Organisationen auf der Liste.

    Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 verfolgt der Kreml seine Kritikerinnen und Kritiker verstärkt auch im Ausland.

    Findet der Krieg zwischen Russland und der Ukraine bald ein Ende?

    Mit juristischen Mitteln geht Russland laut «Swissinfo» gegen NGOs, Medien und Dissidenten vor, die sich ausserhalb des Landes engagieren.

    Rasanter Anstieg seit Kriegsbeginn

    Die Zahl der neu gelisteten Organisationen ist seit 2022 stark gestiegen. Während es 2021 noch 18 waren, stieg die Zahl 2023 auf 57.

    2024 wurden 67 und 2025 101 Organisationen neu aufgenommen.

    russland
    Immer mehr Organisationen mit Russland-Bezug werden als «unerwünscht» eingestuft. - keystone

    Bis Mitte April 2026 kamen weitere 55 dazu. Laut der Nachrichtenplattform deutet das auf eine mögliche Steigerung auf bis zu 192 bis Jahresende hin.

    Was die Einstufung bedeutet

    Organisationen, die als «unerwünscht» gelten, werden in Russland faktisch verboten. Unterstützerinnen, Spender und Mitglieder riskieren Strafverfolgung.

    Tichon Dsjadko, Chefredaktor des unabhängigen Senders TV Rain, sagt gegenüber «Swissinfo»: «Das ist eine der Methoden, mit denen die Behörden Aktivistinnen und Journalisten im Exil das Leben und die Arbeit erschweren.»

    Die russische Regierung begründet das Gesetz mit dem Schutz der nationalen Sicherheit. Laut Fachleuten ist diese Formulierung jedoch bewusst vage gehalten, um nahezu jede Form zivilgesellschaftlicher Arbeit unterdrücken zu können.

    Überwachung auch bei Protesten in der Schweiz

    Oleg Mikhailow von Future Russia berichtet, dass bei Veranstaltungen der Organisation unbekannte Personen aufgetaucht seien.

    Gegenüber der Nachrichtenplattform: «Sie filmten und verschwanden dann schnell wieder, sobald jemand versuchte, mit ihnen ins Gespräch zu kommen.»

    russland
    Wer Putins Politik kritisiert, gerät auch im Ausland ins Visier des Kremls. - keystone

    Ab September soll Russland das Vermögen von Personen beschlagnahmen können, die das Land verlassen haben. Damit sollen Geldstrafen für öffentliche Äusserungen vollstreckt werden können.

    Trotz der Verschärfungen rechnet Dsjadko nicht mit grösserem Schaden für die Diaspora. «Das erschwert die Arbeit innerhalb Russlands und schneidet uns von Spenden aus Russland ab», sagt er. «Aber wir haben gelernt, mit diesen Einschränkungen umzugehen.»

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #2785 (nicht angemeldet)

    Westen müssen alle NATO-Truppen von russischen Grenzen abziehen. Ukraine muss zurück in Russland integriert werden, erst dann wird den Krieg beendet. Westen dürfen mit Russland keine Kriege mehr planen, ansonsten wird es mit dem Atomwaffen Krieg enden.

    User #2099 (nicht angemeldet)

    Sehr geehrter Herr Putin, ich möchte Sie eindringlich darum bitten, die von Ihnen bezeichnete "spezielle Militäroperation" unverzüglich zu beenden. Die Erfolgsaussichten dieses Vorgehens sind illusorisch. Zudem fordere ich Sie und insbesondere Frau Marija Alexejewna Lwowa-Belowa auf, den ukrainischen Eltern ihre Kinder zurückzugeben. Es ist von höchster Grausamkeit, Eltern ohne triftigen Grund ihre eigenen Kinder zu nehmen und diese in russische Familien einzugliedern. Ich ersuche Sie eindringlich, sich der Tatsache bewusst zu werden, dass selbst der Einsatz von Atomwaffen nicht dazu führen wird, Ihre Ziele zu erreichen. Als verantwortlicher Staatsmann tragen Sie die Verantwortung für das Leben und Wohlergehen von Millionen russischer Bürgerinnen und Bürger. Diese mit vermeintlich persönlichen Interessen oder Zielsetzungen aufs Spiel zu setzen, sollte absolut vermieden werden.

    Weiterlesen

    Polizei Polen
    War Putin-Kritiker
    155 Interaktionen
    Ukraine-Krieg
    Putin Selenskyj
    253 Interaktionen
    Ukrainer reagiert

    MEHR IN NEWS

    MEHR KREML

    peskow
    51 Interaktionen
    Moskau/Brüssel
    Diesel
    21 Interaktionen
    Moskau
    Kremlchef Wladimir Putin
    85 Interaktionen
    Kreml
    16 Interaktionen
    St. Petersburg

    MEHR AUS GENèVE

    el-sayed
    4 Interaktionen
    Genf
    Korallen Klimawandel
    9 Interaktionen
    WHO zur Klimakrise
    Cern
    3 Interaktionen
    Am Cern
    Alexandre Fasel
    4 Interaktionen
    In Kriegen