Alltagsgesten bringen Klima weniger als wir denken

    Keystone-SDA
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    Genève,

    Wir trennen Müll, sparen Wasser und verzichten auf Plastik – und fühlen uns dabei klimafreundlich. Doch viele dieser Massnahmen bringen weniger, als wir denken.

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    Die Wirkung von Recycling für das Klima wird einer neuen Studie zufolge überschätzt. (Symbolbild) - pexels

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mülltrennen oder Plastik sparen helfen dem Klima, aber nicht so stark, wie viele denken.
    • Grosse Dinge werden dafür unterschätzt – weniger fliegen oder weniger Fleisch essen hilft dem Klima viel mehr.
    • Menschen glauben oft, dass Dinge, die sie kennen oder selbst tun, besonders viel bringen.

    Menschen schätzen die Wirksamkeit von Klimaschutzmassnahmen systematisch falsch ein. Eine neue Genfer Studie zeigt: Schwache Massnahmen werden überschätzt, sehr wirksame dagegen unterschätzt.

    Den Abfall gewissenhaft trennen, auf Plastikverpackungen verzichten, weniger Warmwasser nutzen oder beim Drucken Papier sparen: Wer das alles tut, glaubt oft, dem Klima einen grossen Dienst zu erweisen.

    Das belegt eine am Montag im Fachblatt «Nature Sustainability» veröffentlichte Studie. Tatsächlich ist das CO2-Minderungspotenzial solcher Alltagsentscheidungen jedoch eher gering bis mittelmässig.

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    Was dem Klima wirklich hilft? Grosse Hebel wie der Verzicht auf Flugreisen. - pexels

    Die wahren Hebel im Klimaschutz werden hingegen massiv unterschätzt. So bewerten die Menschen die positive Klimawirkung hochgradig effektiver Massnahmen deutlich zu niedrig.

    Wie etwa den Verzicht auf Flugreisen, eine rein pflanzliche Ernährung, die Reduktion des Rindfleischkonsums oder den Umstieg auf ein Elektroauto.

    Der Mensch redet gerne sein eigenes Verhalten schön

    Für die Studie befragte ein Forschungsteam der Universitäten Genf und Basel insgesamt knapp 3000 Personen in den USA. Die Teilnehmenden schätzten 34 verschiedene Alltags- und Konsumhandlungen ein. Sie sollten angeben, wie viel CO₂ dadurch eingespart werden kann.

    Hättest du gedacht, dass viele Alltagshandlungen weniger fürs Klima bewirken als gedacht?

    Als Hauptgründe für diese Fehleinschätzungen identifizierte das Forschungsteam zwei psychologische Mechanismen.

    Zum einen verliessen sich die Menschen auf die sogenannte Verfügbarkeitsheuristik: Massnahmen, die ihnen leicht in den Sinn kamen, schätzten sie als wirksamer ein.

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    Auch eine pflanzliche Ernährung hilft dem Klima. (Symbolbild) - pexels

    «Je mehr eine Aktion in den Medien präsent ist oder in der Schule thematisiert wird, desto leichter fällt sie uns. Und desto eher neigen wir dazu, sie als wirksam einzustufen.» Das erklärte Erstautor Mario Herberz in einer Mitteilung der Universität Genf zur Studie.

    Zum anderen spielte das motivierte Schlussfolgern (Motivated Reasoning) eine Rolle. Der Mensch neigt naturgemäss dazu, sich sein eigenes Verhalten schönzureden, um ein positives Selbstbild zu wahren.

    So bewerteten auch die Befragten in dieser Studie jene Massnahmen als besonders wirksam, die sie selbst bereits umsetzten.

    Kommentare

    User #3742 (nicht angemeldet)

    Was ist besser für das Klima: Wenn ich Fleisch, Milchprodukte und Eier von Landwirten im Dorf beziehe oder Avocado , Soja usw. von Übersee und bei einem Grossverteiler kaufe? Ist mal ein Gedanke wert.

    _b

    allerding ist das muelltrennen nicht mit einem verzicht verbunden. der 'wisse schaftliche' vergleich ist mal wieder komplett irrelevant.

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