Putin: Treffen mit Selenskyj macht noch keinen Sinn
Der ukrainische Präsident wollte ein Treffen in einem Drittstaat. Putin verlangt zuerst Vereinbarungen für eine dauerhafte Lösung.

Das Wichtigste in Kürze
- Putin lehnt Selenskyjs Angebot für ein direktes Treffen klar ab.
- Er sagt, zuerst brauche es Vereinbarungen für eine dauerhafte Lösung.
- Selenskyjs Brief nennt Putin teils «unverschämt» und ohne Nutzen.
- Ukraines Präsident reagiert: «Leider wählt die russische Seite erneut den Krieg.»
Der russische Präsident Wladimir Putin hat das in einem offenen Brief seines ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj angebotene direkte Treffen abgelehnt.
«Ich sehe darin noch keinen Sinn», sagte der Kremlchef auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg.
Vor einem solchen Gipfeltreffen müssten erst Vereinbarungen für eine dauerhafte Lösung des seit 2022 währenden Krieges getroffen werden. Das am Vortag von Kiew veröffentlichte Schreiben enthalte zudem «Elemente von Unverschämtheit», erklärte Putin.
Putin ruft Militär zum Weitermachen auf
Die beste Antwort auf den Brief sei ein Aufruf an das russische Militär: «An die Arbeit, Brüder!»
Putin erklärt immer wieder, dass die russischen Kriegsziele auch durch eine Fortsetzung der Kampfhandlungen erreicht werden könne, wenn es nicht auf diplomatischem Weg gehe.

Tags zuvor hatte Selenskyj Putin für ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges direkte Friedensgespräche in einem Drittstaat angeboten.
In dem Schreiben spielte der 48-Jährige unter anderem auf das hohe Alter des 73-jährigen Kremlchefs an und betonte jüngste ukrainische Erfolge bei Drohnenschlägen auf Ziele im russischen Hinterland.
Selenskyj: Russland wählt erneut den Krieg
Selenskyj bedauert derweil die Ablehnung eines direkten Treffens durch Kremlchef Putin. «Leider wählt die russische Seite erneut den Krieg», sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Die Antwort sei schwach und enttäusche sicherlich viele in der Welt.

Als Ausweg forderte der Ukrainer erneut stärkere internationale Massnahmen gegen den Kriegsgegner. «Russland muss weniger Geld haben und der Druck auf Russland muss steigen», betonte Selenskyj und dankte den Unterstützern seines Landes.
Der Kreml erneuerte zudem die von dem Ukrainer bereits mehrfach abgelehnte Aufforderung zu einer Reise nach Moskau. «Wenn Selenskyj möchte, kann er nach Moskau kommen und unser Präsident wird mit ihm in Moskau reden», sagte Putins aussenpolitischer Berater Juri Uschakow laut russischen Nachrichtenagenturen. Er bezeichnete Selenskyjs Schreiben auch als «mehrere Seiten Frechheiten».












