Grippe

    Schweden: Höchste Todeszahlen im November seit Spanischer Grippe

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    Schweden hat im November die höchsten Todeszahlen seit der Spanischen Grippe verzeichnet. Seit Mitte November gibt es nun auch dort Corona-Massnahmen.

    Schweden coronavirus
    In Schweden wird das Pandemiegesetz wieder abgeschafft. - afp

    Das Wichtigste in Kürze

    • Schweden verzeichnete im November 8088 Tote.
    • Es ist die höchste Zahl binnen eines Monats seit der Spanischen Grippe.
    • Seit November gibt es nun auch in Schweden Corona-Einschränkungen.

    Schweden hat vor dem Hintergrund der Corona-Krise im November die höchste Zahl an Todesfällen binnen eines Monats seit der Spanischen Grippe verzeichnet.

    Insgesamt starben im vergangenen Monat landesweit 8088 Menschen, wie die staatliche Statistikbehörde (SCB) am Montag mitteilte. Die Zahl liegt etwa zehn Prozent über der durchschnittlichen Sterberate der Jahre 2015 bis 2019.

    «Das ist die höchste Zahl an Todesfällen, die im Monat November seit 1918, dem Jahr, in dem die Spanische Grippe ausbrach, verzeichnet wurde.» Dies erklärte der SCB-Statistiker Tomas Johansson. Allerdings wurden damals mit 16'600 mehr als doppelt so viele Tote registriert. Zudem hatte Schweden vor rund hundert Jahren deutlich weniger Einwohner.

    Kritiker: Strategie gefährdete Menschenleben

    Die zweite Welle der Corona-Pandemie führte in Schweden zu einem sprunghaften Anstieg der Neuinfektionen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden wurden am Montag 2406 Menschen mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt – ein Höchststand seit April. Allerdings befanden sich nur rund zehn Prozent der Patienten auf der Intensivstation, im April waren es 22 Prozent.

    Schweden geht seit Beginn der Corona-Pandemie einen weniger restriktiven Weg als die meisten anderen europäischen Länder. Kritiker warfen den Behörden deshalb vor, mit ihrer Strategie Menschenleben zu gefährden. Dennoch verzichtete die Regierung lange auf das Verhängen von Einschränkungen und sprach stattdessen Empfehlungen für die Bürger aus.

    Mitte November erstmals verbindliche Einschränkungen

    Als Reaktion auf die steigenden Neuinfektionen verhängte die Regierung Mitte November erstmals verbindliche Einschränkungen. Unter anderem für Treffen in der Öffentlichkeit und den Verkauf von Alkohol. Treffen in privaten Wohnungen werden durch die Regelung jedoch nicht eingeschränkt und auch eine Maskenpflicht gibt es nicht.

    Am Freitag meldete die schwedische Gesundheitsbehörde insgesamt 320'098 bestätigte Fälle und 7514 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Das Land hat rund 10,3 Millionen Einwohner.

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