Stadt Bern will Pyrotechnik-Shows mit Tieren verbieten
Der Berner Gemeinderat sieht Handlungsbedarf: Abgesehen vom Tierschutz seien Pyrotechnik-Shows auch ein Brandrisiko, wie Crans-Montana gezeigt habe.

Das Wichtigste in Kürze
- Feuer- und Pyrotechnik-Shows mit Tieren, wie die «Feuerpferde» an der BEA, sollen verboten werden.
- Der Berner Stadtrat Tobias Sennhauser begründet dies mit dem Tierschutz und der Brandgefahr.
- Der Berner Gemeinderat pflichtet ihm bei und sieht Handlungsbedarf – möglichst schnell.
Noch bis zum 5. Februar dauert gemäss chinesischem Kalender das Jahr des Feuerpferdes. Bald könnte aber auch an der BEA Schluss sein mit Shows von Feuerpferden.
Denn dies fordert ein Vorstoss im Berner Stadtrat aus Gründen des Tier- und des Brandschutzes. Der Berner Gemeinderat empfiehlt nun, die Motion anzunehmen.
Erinnerungen an Crans-Montana
Die Motion «Keine Feuerpferde in Bern» des Stadtrats Tobias Sennhauser von «Tier im Fokus» will eine Gesetzeslücke schliessen. Nämlich ein Verbot von Feuer- und Pyrotechnik-Shows mit Tieren.
Auslöser war offensichtlich die Show «Feuerpferde» des Freiberger Western Show Teams. Diese wurde im April an der BEA in der Zelthalle 14 aufgeführt. Offene Flammen in einer Zelthalle seien ein Brandrisiko.

Sennhauser verweist auf die Walliser Kantonsregierung: Diese hat im Nachgang zur Brandkatastrophe von Crans-Montana sämtliche Pyrotechnik in öffentlich zugänglichen Räumen verboten. Bei den Feuerpferde-Shows werden Feuerreifen, Fackeln und Flammenwerfer eingesetzt.
Hinzu komme aber auch noch der Faktor Pferd: Die Fluchttiere könnten in Panik geraten und zur (zusätzlichen) Gefahr für das Publikum und die Einsatzkräfte werden.
Speziell ausgebildete Pferde
Das Freiberger Western Show Team verweist stets darauf, dass die Pferde entsprechend trainiert seien. «Wie Pferde das Feuer lieben lernen», stand etwa als Motto über der Show im April.
Gezeigt werde, wie Pferde «sicher, freudig und stressfrei an Feuer herangeführt werden». Fragen aus dem Publikum seien ausdrücklich willkommen.
Doch ruhiges Verhalten schliesse Stress nicht aus, hält Tierschützer Tobias Sennhauser dem entgegen. Zudem bestehe durch die offenen Flammen auch für die Tiere ein Verletzungsrisiko, etwa durch Verbrennungen von Fell, Mähne oder Schweif.
Weil das Feuerwerkreglement der Stadt Bern nur Feuerwerkskörper nach Sprengstoffverordnung erfasse, brauche es eine Präzisierung, fordert Sennhauser mit seiner Motion.
Feuer-Shows: Gemeinderat will nicht zuwarten
Der Berner Gemeinderat gibt Sennhauser nun in praktisch allen Punkten recht.
Zwar habe man auf verschiedenen Ebenen bereits Lehren aus der Brandkatastrophe von Crans-Montana gezogen. So seien etwa seit April 2026 kantonsübergreifend neue Bestimmungen zur Anwendung von Pyrotechnik im Innern von Gebäuden in Kraft. Ausserdem stehe ja noch auf nationaler Ebene die Abstimmung über die Feuerwerksinitiative an.

Diese Entwicklungen wolle der Gemeinderat berücksichtigen. Es mache aber keinen Sinn, auf Gemeindeebene zuzuwarten, bis auf Bundesebene allfällig etwas beschlossen werde. Deshalb empfiehlt der Gemeinderat die Motion zur Annahme.
Sollte der Stadtrat dies ebenfalls so sehen, dürfte dies ein harter Schlag für das Freiberger Western Show Team sein. Seit 2015 hat die Gruppierung an jeder BEA ihr Können demonstriert.








