Alarm im Tessin: Steinböcke paaren sich mit Ziegen
Weil sich Steinböcke mit Hausziegen paaren, gibt es immer mehr hybride Steinböcke. Der Kanton Tessin appelliert an die Bauern.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Kanton Tessin gibt es immer mehr hybride Steinböcke.
- Deshalb sollen Ziegen-Halter ihre Tiere im Winter im Stall halten.
- Doch das Einfangen der Ziegen ist nicht immer leicht, teils helfen Helikopter.
Sorgen um die Steinbock-Population im Tessin: Hybride Steinböcke bedrohen den Genpool.
Hybride Steinböcke entstehen, wenn sich ein Steinbock mit einer Hausziege paart. Wie Martina Kobiela im SRF-Podcast «Die Woche in den Schweizer Sprachregionen» erklärt, unterscheiden sie sich nur gering.
So hätten die Mischlinge etwas längere Hörner. Auch rötliche oder weisse Flecken im Fell sind möglich. Um ein hybrides Tier mit Sicherheit zu identifizieren, braucht es aber einen Gentest.
Auch deshalb wurden bislang bloss eine Handvoll hybride Steinböcke im Tessin gezählt. Es wird aber befürchtet, dass die Dunkelziffer hoch sein könnte.
Und das ist ein Problem: Wenn sich hybride Steinböcke weiter fortpflanzen, verwässern sie den Genpool. Die genetische Reinheit wird gefährdet.
Kobiela sagt: «Irgendwann sind die Steinböcke mehr Ziege als Steinbock.»
Einfangen der Ziegen nicht einfach
Der Kanton Tessin hat deshalb gehandelt. Per Merkblatt ruft das Amt für Veterinärwesen die Ziegen-Halter auf, ihre Tiere im Winter im Stall zu halten.
Ziegen, die nicht regelmässig gemolken werden, könnten über den Winter verwildern. So bestehe die Gefahr, dass sie sich nicht mehr an den Menschen gewöhnt sind. Und dadurch könne es dann zur Fortpflanzung mit den Steinböcken kommen.
Doch das Einfangen der Ziegen ist nicht immer einfach, wie Kobiela erklärt. Die Tiere seien gute Kletterer und teils in unwegsamem Gelände unterwegs. Deshalb unterstützen Helikopter oder Wildhüter die Bauern.
















