Luzerner bietet Trauergäste auf Bestellung an
Drei Fremde an der Beerdigung – bestellt vom Verstorbenen. Ein Luzerner macht mit dem makabren letzten Auftritt ein Geschäft.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Luzerner bietet gebuchte Fremde an, die an Beerdigungen als mysteriöse Trauergäste auftreten.
- Der letzte Auftritt kostet 690 bis 1490 Franken und kann mit Extras ergänzt werden.
- Die Buchung gilt 20 Jahre und soll den Angehörigen ein überraschendes Rätsel hinterlassen.
Ein letzter Auftritt, der garantiert in Erinnerung bleibt!
Plötzlich mischen sich drei Fremde unter die Trauergemeinde. Sie legen Blumen nieder, trauern schweigend und verschwinden nach 20 Minuten.
Wer sind sie? Was verbindet sie mit dem Verstorbenen? Niemand weiss es. Zumindest vorerst.
Hinter der makabren Überraschung steckt Oliver Bachmann aus Luzern. Mit «Das letzte Geheimnis» können Menschen ihren Angehörigen nach dem eigenen Tod ein Rätsel hinterlassen. Inszeniert von Schauspielern, wie «zentralplus» berichtet.
Der Preis für den letzten Coup: 690 Franken kostet ein einzelner mysteriöser Trauergast, 1490 Franken das Trio. Wer noch einen draufsetzen will, kann Extras wie die Anfahrt im Mercedes-Van oder einen persönlichen Abschiedsbrief dazubuchen.
Inspiration aus New York
Die Idee stammt aus New York. Dort gibt es mit «The Dark Secret» ein ähnliches Angebot: Für 500 Dollar erscheint eine schwarz gekleidete Frau mit Regenschirm an der Beerdigung, trauert wortlos und verschwindet.
Das Geheimnis bleibt dort allerdings für immer ungelüftet.
Ein PR-Gag sei sein Angebot nicht, betont Bachmann gegenüber «zentralplus». «Mich hat die Idee fasziniert, dem eigenen Abschied eine persönliche, unerwartete Note zu geben.»
Schauspieler mischen sich unter Trauergäste
Gebucht wird zu Lebzeiten. Die Kunden erhalten eine sogenannte Secret Card, die sie zusammen mit ihren Bestattungsunterlagen aufbewahren. Nach dem Tod informiert eine Vertrauensperson das Unternehmen. So bleibt der Auftritt für alle anderen Trauergäste eine Überraschung.
Für die geheimnisvollen Auftritte engagiert Bachmann Schauspielerinnen und Schauspieler aus der Region.

Doch was passiert, wenn Angehörige die Unbekannten zur Rede stellen? Die Darsteller seien auf solche Situationen vorbereitet. «Den genauen Wortlaut verrate ich allerdings nicht, sonst wäre ‹Das letzte Geheimnis› bereits gelüftet», sagt Bachmann.
Selbst wenn die Familie die Fremden wegschicken möchte, soll der Auftrag ausgeführt werden. «Für uns ist der letzte Wille der verstorbenen Person massgebend.» Diskretion und Respekt hätten dabei oberste Priorität.
Nach 20 Jahren Schluss
Einen Haken hat die letzte Überraschung: Die Buchung gilt nur 20 Jahre. Wer früh bestellt und noch lange lebt, riskiert, dass der Auftrag verfällt.
Bachmann will Einzelfälle kulant prüfen, verspricht aber keine unbegrenzte Gültigkeit. «Wer sich mit dieser zeitlichen Begrenzung nicht wohl fühlt, sollte das Angebot nicht vorschnell buchen.»
Wie viele Buchungen bereits vorliegen, verrät er nicht. Seine Zielgruppe seien Menschen mit schwarzem Humor.
Dass der Auftritt Hinterbliebene verunsichern könnte, sei ihm bewusst. Deshalb lasse sich das Rätsel später auflösen. «Bewusst Misstrauen zu säen oder Menschen zu verletzen, wäre kein gelungener letzter Auftritt.»











