Zuletzt haben sich etwas mehr Mennschen mit Covid-19 infiziert. Bei der Zahl schwerer Erkrankungen gibt es laut RKI aber bisher keine Trendwende hin zu einem Wiederanstieg. Die WHO äussert derweil Besorgnis.
Ein Arzt bereitet in Berlin die Probe für einen PCR-Test vor.
Ein Arzt bereitet in Berlin die Probe für einen PCR-Test vor. - Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Mehrere Kennzahlen deuten auf ein wieder leicht zunehmendes Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland hin.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz zum Beispiel stieg vergangene Woche um elf Prozent im Vergleich zur Woche zuvor, wie es im Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstagabend zu Covid-19 heisst. Am stärksten war der Anstieg demnach in der Altersgruppe der 50- bis 84-Jährigen. Der Report bezieht sich vor allem auf die vergangene Woche.

Grundlage der Inzidenzberechnung sind Labortestungen, die mittlerweile aber seltener als in vorherigen Phasen der Pandemie durchgeführt werden. Leichte Anstiege verzeichnet das RKI aber auch bei zusätzlich ermittelten Schätzwerten zu an Covid-19 Erkrankten und zu Arztbesuchen aus diesem Grund. Zudem habe die Zahl gemeldeter Corona-Ausbrüche in medizinischen Einrichtungen und Pflegeheimen zugenommen.

Bei schweren Covid-19-Erkrankungen (Krankenhaus/Intensivstation) wird bisher keine Trendwende hin zu einem Wiederanstieg verzeichnet: Die Rede ist von einer Stabilisierung der Werte auf einem Plateau.

Generell spricht das RKI weiterhin von einem hohen Infektionsdruck in allen Altersgruppen. Unverändert sorgt die Omikron-Sublinie BA.5 nach Stichproben-Daten für den allergrössten Teil der Fälle (rund 96 Prozent).

WHO besorgt über fallende Testzahlen

Die Entdeckung neuer Corona-Varianten wird derweil laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) immer schwieriger. Die globale Zahl der Testungen und der genetischen Analysen sinke, berichtete die führende Covid-19-Expertin der WHO, Maria Van Kerkhove. «Wir sind immer weniger in der Lage, Varianten und Untervarianten auf der ganzen Welt zu verfolgen, weil die Pandemie-Überwachung zurückgeht», sagte sie während einer Pressekonferenz in Genf.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte erneut, dass sich zwar ein Ende der Pandemie abzeichne, aber dass bewährte Strategien weiter angewendet werden müssten, um das Virus zu bekämpfen. «Nur weil man schon das Ende erkennen kann, heisst das noch nicht, dass wir das Ende erreicht haben», betonte Tedros per Videoschalte aus New York, wo er an der UN-Generalkonferenz teilnahm. Die wöchentliche Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona nehme zwar ab, die Zahl sei mit knapp 10.000 aber noch immer zu hoch, sagte der Generaldirektor.

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