Krieg

Reisebüro-Chef: Island könnte jetzt «überrannt werden»

Aaron Studer
Aaron Studer

Island,

Aufgrund von Kerosinmangel ändern sich die Reiseziele. Globetrotter-Chef André Lüthi erklärt, wie sich die Situation durch den Iran-Krieg entwickelt.

Island Touristen
Touristen in Island baden in der Blauen Lagune. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Treibstoffmangel wirkt sich auf das Reiseverhalten aus.
  • Die Neu-Buchungen von Schweizern gehen im April um 10 bis 20 Prozent zurück.
  • Island wird als Reiseziel immer beliebter, sagt Reise-Experte André Lüthi.

Die Krise im Nahen Osten hält an. Auch die Strasse von Hormus ist weiterhin gesperrt. Dies führt zu einer Treibstoffknappheit, was die Reiseziele für die Reisenden beeinflusst.

André Lüthi ist Präsident von Globetrotter. Er erklärt in einem Interview mit SRF, wie sich die Situation im Nahen Osten auf das Reiseverhalten auswirkt.

Ziele im Nahen Osten sind seit dem Krieg deutlich unbeliebter. Laut Lüthi bommen deswegen Reiseziele wie die skandinavischen Länder, Island und Irland. Und: «Island könnte diesen Sommer überrannt werden.»

Lüthi ergänzt: «Bei den Fernreisen profitieren das südliche Afrika mit Ländern wie Namibia und Botswana sowie Südamerika. »

Lüthi kritisiert Reisewarnungen des Aussendepartements

Die «pauschalen» Reisewarnungen des Aussendepartements (EDA) für die Golfstaaten-Region sieht Lüthi kritisch.

Vom EDA wünscht er sich mehr Flexibilität und weniger Bevormundung. Schliesslich würden weiterhin täglich Airlines von Zürich dorthin fliegen.

«Warum sollen wir nicht in Dubai umsteigen dürfen, wenn die Fluggesellschaft die Strecke als sicher einstuft», fragt der Globetrotter-Chef. Zudem wünscht er sich, «dass das EDA die Situation beobachtet und schaut, wie es andere Länder in Europa handhaben».

Ausserdem erhofft er sich ein nachhaltigeres Reisen. Wenige längere Reisen, bei denen man tief in das Land eintaucht, anstatt mehrerer Kurztrips. So würde man weniger CO2 verursachen.

Auswirkungen der Kerosinknappheit

Durch die Kerosinknappheit seien die Flugtickets einerseits 20 bis 30 Prozent teurer geworden. Andererseits müssten geplante Flüge gestrichen werden.

Lüthi bilanziert: «Wir verzeichnen im April bei den Neubuchungen einen branchenweiten Rückgang zwischen zehn und zwanzig Prozent. Viele Leute warten ab, wie sich die Situation entwickelt, bevor sie eine Fernreise buchen.»

Würdest du aktuell über Dubai reisen?

Aufgrund der Verunsicherung buchen viele Kundinnen und Kunden kurzfristiger ihre Reiseziele, wie das Reisebüro Dertour kürzlich gegenüber Nau.ch erklärte.

Kommentare

User #2538 (nicht angemeldet)

Ich habe meine Ferien schon lange gebucht..! Morgen geht es los mal zur ersten Destination..!

User #2538 (nicht angemeldet)

Klar doch..!?

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