E-Bikes: Akku-Diebe sorgen in Wil SG für Wirbel
Teure E-Bike-Akkus verschwinden spurlos – ein lokaler Velohändler warnt vor einer beunruhigenden Entwicklung.

Das Wichtigste in Kürze
- Viele teure E-Bike-Akkus verschwinden in Wil SG derzeit spurlos.
- Teilweise würden die Energiespeicher sogar gewaltsam aus den Velos gerissen.
- Ein Velohändler spricht von einer Entwicklung, die ihm zunehmend Sorgen bereitet.
In Wil SG häufen sich laut einem Velofachgeschäft die Diebstähle von E-Bike-Akkus. Teilweise würden die teuren Energiespeicher sogar gewaltsam aus den Fahrrädern gerissen. Die Kantonspolizei St. Gallen bestätigt einzelne Vorfälle.
Die Sorge wächst bei vielen E-Bike-Besitzerinnen und -Besitzern in Wil. Aus einem Velofachgeschäft gingen in der vergangenen Woche bei den «Wiler Nachrichten» Hinweise ein, wonach in den vergangenen Wochen vermehrt Akkus aus abgestellten E-Bikes gestohlen worden seien.
Nach Angaben des Geschäftsinhabers häufen sich die Meldungen betroffener Kundinnen und Kunden. Besonders beunruhigend: In mehreren Fällen sollen die Täter die Akkus nicht einfach entwendet, sondern gewaltsam aus den Fahrrädern herausgebrochen haben.
Der Velohändler spricht von einer Entwicklung, die ihm zunehmend Sorgen bereitet. Viele Kundinnen und Kunden würden von ähnlichen Vorfällen berichten. Einige hätten zudem den Eindruck geäussert, dass solche Delikte von den Behörden nicht mehr mit der nötigen Konsequenz verfolgt würden.

Der Geschäftsinhaber selbst möchte sich jedoch nicht öffentlich äussern und nicht vor die Kamera treten.
Keine gesonderte Statistik
Bei der Kantonspolizei St. Gallen klingt die Lageeinschätzung auf Anfrage deutlich zurückhaltender. Eine spezielle Statistik zu Diebstählen von E-Bike-Akkus wird nicht geführt. Dennoch hat die Polizei ihre Daten überprüft.
Das Ergebnis fällt weniger dramatisch aus als die Wahrnehmung einzelner Betroffener. «Eine Recherche in unseren Daten zeigt, dass im Jahr 2026 bislang lediglich eine Handvoll Diebstähle von E-Bike-Akkus in Wil angezeigt wurde. Sämtliche Fälle ereigneten sich zwischen April und Mai», erklärt Michael Principe, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen.
Darüber hinaus seien bei der Polizeistation Wil keine weiteren Meldungen zu vergleichbaren Vorfällen eingegangen. Entsprechend könne derzeit keine Zunahme entsprechender Delikte festgestellt werden.
Schaden ist hoch
Dennoch sind E-Bike-Akkus für Diebe laut der Kapo durchaus attraktiv. Je nach Marke und Modell kosten Ersatzakkus mehrere Hundert Franken, teilweise sogar deutlich mehr. Mit der steigenden Verbreitung von E-Bikes wächst damit auch das Interesse an deren wertvollen Komponenten.
«Mit der Verbreitung von E-Bikes steigt grundsätzlich auch die Attraktivität von deren Komponenten für Diebe», sagt Principe. Einen spezifischen Trend oder eine organisierte Diebstahlserie könne die Polizei derzeit jedoch nicht erkennen.
Kein lokales Phänomen
Nach Einschätzung der Kantonspolizei handelt es sich zudem nicht um ein ausschliesslich lokales Problem. Diebstähle von E-Bike-Akkus treten immer wieder dort auf, wo viele Velos abgestellt werden. Dazu zählen Bahnhöfe, Schulen, Wohnsiedlungen oder öffentliche Freizeitanlagen.
Orte mit hoher Velodichte bieten Dieben besonders viele Gelegenheiten. Jede eingehende Anzeige werde geprüft, betont die Polizei. Dabei würden mögliche Ermittlungsansätze wie Videoaufzeichnungen, Zeugenaussagen oder Spuren vor Ort ausgewertet.
Die Aufklärung solcher Delikte sei allerdings oft schwierig. «Gerade bei Diebstählen von Veloakkus fehlen häufig konkrete Ermittlungsansätze, was die Aufklärung erschwert», so Principe. Um Diebstähle zu verhindern, setzt die Kantonspolizei auch auf Prävention.
Patrouillen kontrollieren regelmässig Bahnhöfe und Wohnquartiere. Gleichzeitig rät die Polizei den Besitzerinnen und Besitzern von E-Bikes, den Akku, wenn möglich mitzunehmen und das Fahrrad an gut beleuchteten und stark frequentierten Orten abzustellen.
Zusätzlich sollte das E-Bike mit einem hochwertigen Schloss gesichert und an einem festen Gegenstand angeschlossen werden. Auch wenn die offiziellen Zahlen derzeit keine auffällige Entwicklung zeigen, bleibt beim Velohändler ein ungutes Gefühl zurück.
Für ihn zählt weniger die Statistik als die Tatsache, dass ein gestohlener Akku schnell einen hohen verursachen kann.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Wiler Nachrichten» erschienen.








