Papst besucht durch Abfälle verseuchte «Terra dei Fuochi»
Papst Leo XIV. ist am Samstag im süditalienischen Acerra eingetroffen, einer der am stärksten von Umweltverschmutzung betroffenen Gemeinden der sogenannten «Terra dei Fuochi» (Feuerland).

Über Jahrzehnte vergrub und verbrannte die Mafia in Teilen der Region Kampanien Millionen Tonnen gefährlicher Abfälle und verseuchte damit Böden, Luft und Grundwasser. Bis heute leidet die Bevölkerung unter den Folgen, während weiterhin illegal Müll entsorgt wird.
Der Papst kam in die Kathedrale von Acerra, wo Familien von Opfern der Umweltverschmutzung auf ihn warteten. Nach Angaben italienischer Medien feierten rund 12'000 Menschen den Pontifex bei seiner Ankunft. Der Besuch gilt in der Region als Zeichen der Hoffnung.
Der Bischof von Acerra, Antonio Di Donna, schilderte die dramatische Umweltlage und verlas die Namen der jüngsten Opfer der Umweltverschmutzung.
In seiner Ansprache appellierte der Papst an Kirche, Institutionen und Bevölkerung, sich gemeinsam gegen Umweltzerstörung, Korruption und Gleichgültigkeit zu stellen. Es gelte, «eine Kultur der Privilegien, der Arroganz der Macht und der fehlenden Rechenschaftspflicht zu überwinden», die dieser Region wie auch vielen anderen Gebieten Italiens und der Welt schweren Schaden zugefügt habe.
Die Menschen von Acerra rief Leo XIV. auf, Zeugen eines «hartnäckigen Widerstands» zu sein, der zur Wiedergeburt führen könne. Entscheidend seien Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Institutionen, Bildung, Ehrlichkeit in der Arbeitswelt sowie eine gerechte Verteilung von Macht und Wohlstand.
Trotz der scheinbar ausweglosen Situation dürfe die Hoffnung nicht verloren gehen. Der Papst prangerte «gewissenlose Personen und Organisationen» an, die bisher zu lange ungestraft handeln konnten. Zugleich dankte er insbesondere der Kirche vor Ort, die den Mut gehabt habe, Missstände anzuprangern und den Menschen Hoffnung zu geben.
An der Zeremonie nahm auch der Priester Maurizio Patriciello teil, der sich seit Jahren gegen die Mafia und Umweltverbrechen engagiert. Patriciello forderte ein Ende der «Verwüstung». Unternehmer dürften nicht weiter produzieren und anschliessend zur Kostensenkung Böden verseuchen sowie Menschen krank machen oder töten.
Der Besuch der Papstes in Acerra findet anlässlich des elften Jahrestages der Umwelt- und Sozialenzyklika «Laudato si'» von Papst Franziskus statt und steht ebenfalls unter diesem Titel. Die Reise war bereits unter Franziskus geplant, musste jedoch wegen der Corona-Pandemie verschoben werden.














