London will Asylbewerber zur Kasse bitten
Asylbewerber in Grossbritannien sollen künftig mehrere Tausend Pfund zu den Kosten für ihre Unterbringung und Unterstützung beitragen. Das geht aus Plänen des britischen Innenministeriums hervor.

Demnach sollen Betroffene bis zu 10.000 Pfund – umgerechnet rund 10.700 Franken – pro Person zurückzahlen, sobald sie über ein Einkommen verfügen, wie britische Medien unter Berufung auf das Innenministerium berichten. Der Betrag soll den Plänen zufolge in monatlichen Raten entrichtet werden, ähnlich wie bei einem Kredit. Erst wenn der Betrag vollständig beglichen ist, gibt es demnach Anspruch auf einen dauerhaften Aufenthaltsstatus.
Der Nachrichtenagentur PA zufolge wurden im vergangenen Jahr etwa vier Milliarden Pfund für die Unterkünfte und Unterstützung von Asylsuchenden ausgegeben. Innenministerin Mahmood bezeichnete diesen Betrag als zu hoch. «Sobald Menschen einen Beitrag leisten und die Grosszügigkeit der britischen Bevölkerung zurückzahlen können, erwarten wir von ihnen, dass sie dies tun», sagte sie demnach. Eine Unterstützung für Asylsuchende sei ein Recht, aber «auch mit Verantwortung verbunden».
Kritik an den Plänen kommt etwa von der Direktorin des Migration Observatory von der Universität Oxford, Madeleine Sumption. Nur ein kleiner Teil der Geflüchteten verdiene genug, um einen Beitrag leisten zu können, sagte sie. Zoe Dexter von der Menschenrechtsorganisation Helen Bamber Foundation bezeichnete das Vorhaben als «zutiefst ungerecht und völlig kontraproduktiv».
Die Pläne sind Teil des sogenannten «Immigration and Asylum Bill», das am Dienstag zunächst für eine erste Lesung ins Unterhaus eingebracht wird. Das Thema Migration ist in Grossbritannien seit Jahren politisch stark aufgeladen. Auch beim Austritt des Landes aus der EU spielte es eine grosse Rolle. Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage liegt auch deshalb mit seiner rechtspopulistischen Partei Reform UK in den Umfragen vor der Regierungspartei Labour.














