Knapp zwei Jahrhunderte nach Ludwig van Beethovens 10. Sinfonie in Bonn uraufgeführt. Eine Künstliche Intelligenz ermöglichte die posthume Vollendung.
Beethoven Künstliche Intelligenz
Eine Statue des Komponisten Ludwig van Beethoven steht in Bonn. Foto: Oliver Berg/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die deutsche Telekom arbeite seit vergangenem Jahr an einem sonderbaren Musik-Projekt.
  • Mittels Künstlicher Intelligenz sollte Beethovens 10. Sinfonie vollendet werden.
  • Das Stück feierte Samstagabend in Bonn seine Uraufführung.

Ludwig van Beethoven hat seine 10. Sinfonie nicht mehr vollenden können. Das hat fast zwei Jahrhunderte später nun eine Künstliche Intelligenz übernommen. Am Samstag war Uraufführung in Bonn.

Fast 195 Jahre nach dem Tod von Ludwig van Beethoven ist eine Version seiner nicht mehr vollendeten 10. Sinfonie uraufgeführt worden – komponiert von Künstlicher Intelligenz. Das renommierte Beethoven Orchester spielte das Stück Samstagabend unter der Leitung ihres Chefdirigenten Dirk Kaftan im Telekom Forum.

Künstliche Intelligenz ermöglicht posthume Vollendung

Das Telekommunikationsunternehmen hatte das Projekt initiiert. Als Gäste waren auch Prominente wie Topmodel Toni Garrn und Schauspieler Benno Fürmann geladen.

Beethoven hatte die 10. Sinfonie vor seinem Tod nicht mehr vollenden können und nur einige Skizzen und Notizen hinterlassen. Auf deren Grundlage versuchte ein Experten-Team, eine Künstliche Intelligenz zu entwickeln, um die Leerstellen zu füllen.

Künstliche Intelligenz Beethoven
Beethovens Flügel: Auch in der klassischen Musik wird immer wieder Künstliche Intelligenz verwendet. Foto: Henning Kaiser - dpa-infocom GmbH

Der Computer wurde dafür unter anderem mit vielen weiteren Beethoven-Stücken gefüttert, aber auch mit Musik seiner Zeitgenossen. Das Ziel: Die Maschine zu befähigen, wie Beethoven zu komponieren.

Am Ende machte die KI Vorschläge, wie bestimmte Stellen weitergeführt werden könnten. Die Experten schauten sich die Varianten an, wählten aus und spielten die Entscheidung zurück ins System.

Die Beteiligten betonten, dass es sich um ein Experiment handle und es nicht darum gehe, Beethovens Einzigartigkeit anzuzweifeln. Man wolle vielmehr aufzeigen, wie kreative Zusammenarbeit von menschlicher und Künstlicher Intelligenz funktionieren könne.

Künstliche Intelligenz Beethoven
Eine Skizze aus der mit künstlicher Intelligenz fertig gestellten 10. Sinfonie von Beethoven. Foto: Iris Schröder/Deutsche Telekom /dpa - dpa-infocom GmbH

«Das Projekt ist eine Kollaboration zwischen Mensch und Maschine.», sagte Matthias Röder, Direktor des Karajan Instituts (Salzburg), der das KI-Team geleitet hatte, vor der Uraufführung. Das Potenzial der Technologie sei für Komponisten faszinierend.

«Man könnte auch eine Beatles-KI mit der melodischen KI von Mozart kombinieren - und die Harmonien dann selbst schreiben. Das Spektrum von Möglichkeiten ist exponentiell erweiterbar.»

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