Wie Crans-Montana: Haben Wunderkerzen Disco-Brand in Kehl ausgelöst?
Videos zeigen Bengalos im VIP-Bereich kurz vor dem Feuer in einer Disco. Ermittler prüfen, ob diese den Brand ausgelöst haben, wie im Fall von Crans-Montana.

Das Wichtigste in Kürze
- Nach dem Brand im K Club deutet vieles auf Pyrotechnik bei VIP-Flaschen hin.
- Videos zeigen Kellnerinnen mit Bengalos oder Wunderkerzen im Club.
- Ein Gast sagt, eine Wunderkerze habe die Decke berührt und entzündet.
- Dies erinnert stark an die Brand-Katastrophe von Crans-Montana.
Nach dem Grossbrand im «K Club» in Kehl gibt es Hinweise, dass Feuerwerk auf Alkoholflaschen das Feuer ausgelöst haben könnte.
Videos zeigen, wie Kellnerinnen Flaschen mit brennenden Bengalos oder Wunderkerzen in den VIP-Bereich tragen. Genau dort soll der Brand nach Aussagen von Gästen entstanden sein, wie «Bild» berichtet.
Ein Gast sagte der französischen Zeitung «Dernières Nouvelles d’Alsace», er habe gesehen, wie eine der Wunderkerzen die Decke berührte. Diese habe fast sofort Feuer gefangen.
Danach habe sich der Brand sehr schnell ausgebreitet. Laut dem Zeugen brachte das Sicherheitspersonal die rund 750 Besucher in wenigen Minuten und ohne Panik aus dem Gebäude.

Der Fall weckt somit Erinnerungen an den Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana in der Schweiz. Dieser forderte 41 Todesopfer. Gemäss den Ermittlungen waren dort bei der Silvester-Party ebenfalls Wunderkerzen im Einsatz.
Die Decke war in Brand geraten, nachdem eine Kellnerin Champagnerflaschen mit Pyrotechnik drin serviert hatte.
Polizei wertet Videos aus
Die Kriminalpolizei Offenburg untersucht nun die Brandursache in Kehl. Ein Sprecher erklärte gegenüber «Bild», die Aufnahmen mit den Feuerfontänen seien bekannt und würden ausgewertet.
Wegen der völligen Zerstörung des Gebäudes dürfte das Ergebnis der Ermittlungen aber auf sich warten lassen.
Der Betreiber des Clubs wollte sich zu möglichen Feuer-Effekten beim Servieren nicht äussern. In einer französischsprachigen Mitteilung dankte er seinem Team und den Gästen für ihr «vorbildliches Verhalten» bei der Evakuierung.
Der Club ist vor allem bei Gästen aus dem benachbarten Strassburg beliebt. Nach Angaben von Anwohnern kam es an Wochenenden rund um die Diskothek regelmässig zu Verkehrsproblemen. Bei Partys sollen dort bis zu 1500 Menschen eingelassen worden sein.















