Greenpeace bringt Hunderte VW-Schlüssel auf Zugspitze

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    Deutschland,

    Ungewöhnliche Protestaktion mit Autoschlüsseln auf dem vom Klimawandel besonders bedrohten Schneeferner-Gletscher: Greenpeace-Aktivisten wollen den VW-Konzern zur Abkehr von Verbrenner-Motoren bewegen.

    Greenpeace-Aktivisten haben auf dem Schneeferner-Gletscher an der Zugspitze ein VW-Logo und ein Banner mit der Aufschrift «VonWegen Klimaschutz» ausgerollt. Foto: Sven Hoppe/dpa
    Greenpeace-Aktivisten haben auf dem Schneeferner-Gletscher an der Zugspitze ein VW-Logo und ein Banner mit der Aufschrift «VonWegen Klimaschutz» ausgerollt. Foto: Sven Hoppe/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine Greenpeace-Aktion um Hunderte VW-Fahrzeuge in Emden abgezogene Autoschlüssel ist auf der Zugspitze zu Ende gegangen.

    Die Polizei stellte bei einer Protestaktion auf dem dortigen Schneeferner-Gletscher am Freitag mehrere Säcke voll mit Schlüsseln sicher, wie sie mitteilte. Greenpeace-Aktivisten hatten sie zusammen mit Protestplakaten auf den höchsten Berg Deutschlands gebracht. Die Aktion verlief friedlich.

    An dem Protest waren rund zehn Aktivisten beteiligt. Die Umweltorganisation kritisierte, dass Volkswagen zu langsam auf die Elektromobilität umsteige. Den Schneeferner-Gletscher hatte sie sich ausgesucht, weil dieser vom Klimawandel besonders betroffen sei.

    Auf eine «Einladung», die Abholung der entwendeten Schlüssel im Süden mit einer Diskussion zu verbinden, antwortete VW-Konzernchef Herbert Diess am späten Nachmittag bei Twitter: «Gerne Zugspitze, heute schaffe ich aber nicht mehr - möchte nicht den Flieger nutzen. Demnächst bei gutem Wetter

    Am Mittwochmorgen hatten Greenpeace-Mitglieder die Schlüssel von Fahrzeugen am Seehafen in Emden abgezogen. Die Polizei Leer ermittelt wegen Hausfriedensbruchs und besonders schweren Diebstahls. Zu Details wollte sie sich nicht äussern. Greenpeace argumentierte, die Schlüssel nur «entliehen» zu haben.

    In seiner offiziellen Stellungnahme ging VW nicht näher auf die Geschehnisse ein - betonte aber, «offen für den kritischen Dialog» zu sein. Einer Sprecherin zufolge stellte der Konzern keine Anzeige. Die Aktion auf der Zugspitze wird von der Polizei Garmisch-Partenkirchen als unerlaubte Versammlung gewertet.

    Nach Angaben von Greenpeace handelt es sich bei den von der Polizei sichergestellten Schlüsseln um alle in Emden abgezogenen Exemplare. Den Umweltaktivisten zufolge sind es rund 1500 Stück, Polizei und VW äusserten sich am Freitag nicht zur Zahl. Am Mittwoch hatte die Polizei noch 300 bis 400 Schlüssel geschätzt.

    Zwischen Volkswagen und Greenpeace gab es schon häufiger öffentlich ausgetragene Hakeleien. Mehrfach organisierten die Aktivisten Proteste etwa am Wolfsburger Stammwerk des Autobauers, wo sie auch schon Transparente von Gebäuden herabliessen. 2012 kaperten sie etwa eine Hauptversammlung, der damalige Chefaufseher Ferdinand Piëch nannte sie «Unruhestifter».

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