Derzeit steigenden die Migrantenzahlen an der litauischen Grenze zu Belarus stark. Die EU beruft nun eine Sondersitzung ein.
Migranten
Migranten hinter dem Zaun eines Flüchtlingslagers im litauischen Verebiejai. Foto: Mindaugas Kulbis/AP/dpa/Archiv - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Migrantenzahlen an der litauischen Grenze zu Belarus steigen derzeit stark an.
  • Nun halten die EU-Innenminister am 18. August eine Sondersitzung ab.
  • Die EU sei demnach einer ernsthaften Sicherheitsbedrohung ausgesetzt.

Angesichts der stark steigenden Migrantenzahlen an der litauischen EU-Aussengrenze zu Belarus organisiert die slowenische EU-Ratspräsidentschaft am 18. August eine Sondersitzung der Innenminister. Die EU sei einer ernsten Sicherheitsbedrohung ausgesetzt und werde Zeuge, wie Belarus illegale Migration als Waffe einsetze, sagte ein Sprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Ziel sei es nun, das Bewusstsein für die Lage zu schärfen und konzertierte Massnahmen für die Sicherheit der Grenze zu ergreifen.

Neben den Innenministern der EU-Staaten sollen zum Beispiel auch Vertreter der EU-Grenzschutzagentur Frontex sowie des europäischen Polizeiamtes Europol an dem per Videokonferenz organisierten Treffen teilnehmen. An der fast 680 Kilometer langen Grenze Litauens zu Belarus wurden zuletzt allein im Juli mehr als 2000 illegale Grenzübertritte von Menschen aus Ländern wie dem Irak oder afrikanischen Staaten registriert, nachdem es im gesamten vergangenen Jahr lediglich 81 gewesen waren.

Migrantenzahlen laut EU gezielt von Belarus herbeigeführt

Nach Erkenntnissen der EU wurde der Anstieg der Zahlen gezielt von der Regierung des Nachbarlandes herbeigeführt. So hatte der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko in der Vergangenheit offen damit gedroht, als Reaktion auf die gegen sein Land verhängten EU-Sanktionen Menschen aus Ländern wie dem Irak, Afghanistan oder Syrien passieren zu lassen.

Belarussischer Präsident Alexander Lukaschenko
Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus, hält bei der Zeremonie zu seiner Amtseinführung im September eine Rede. - dpa

Mit den Strafmassnahmen hat die EU auf die Unterdrückung der Zivilgesellschaft und der demokratischen Opposition in der Ex-Sowjetrepublik Belarus (Weissrussland) reagiert. Darunter fällt auch die aus EU-Sicht illegale Festnahme des regierungskritischen Bloggers Roman Protassewitsch. Behörden in Belarus hatten eine Passagiermaschine auf dem Weg von Athen nach Vilnius in Litauen zu einer Zwischenlandung in Minsk gezwungen, um den jungen Mann zu fassen.

Auch in Deutschland herrscht wegen der Entwicklungen mittlerweile Besorgnis - vor allem, weil befürchtet wird, dass etliche der in Litauen ankommenden Menschen versuchen könnten, weiter in Richtung Westen zu gelangen.

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