Elon Musk stellt Russen Starlink-Satelliten ab – Ukraine profitiert
Die Ukraine verzeichnet grosse Geländegewinne. Ist Elon Musks Starlink-Sperre für Russland ausschlaggebend dafür? Nau.ch hat bei einem Experten nachgefragt.

Das Wichtigste in Kürze
- Rund 200 Quadratkilometer Geländegewinn hat die Ukraine letzte Woche erreicht.
- Elon Musk Russland hat Russland zuvor den Zugang zu seinen Starlink-Satelliten gesperrt.
- Ein Experte ordnet ein, welchen Einfluss der Entscheid auf den Krieg hat.
Elon Musk sperrt Russland den Zugang zu seinen Starlink-Satelliten – prompt macht die Ukraine Geländegewinne. Es ist gar die grösste ukrainische Rückeroberung von Gebieten seit 2023.
Das Satelliten-System des Milliardärs scheint aktuell also klare Auswirkungen auf die Front zu haben. Bedeutet das für die Ukraine den Durchbruch im russischen Angriffskrieg?
Eigene Technik der Russen ist schlechter
Osteuropa-Experte Nicolas Hayoz von der Universität Fribourg relativiert bei Nau.ch.
Er gibt zu bedenken: «Wenn Russland Ersatz finden kann für den Ausfall von Starlink, werden die Folgen mittelfristig nicht so schwerwiegend sein.»
Es stelle sich nun folgende Frage: «Kann Russlands Satelliten- und Kommunikationstechnik tatsächlich die Lücke ersetzen, die der Ausfall des US-Systems Starlink geschaffen hat?»
Es zeige sich einmal mehr, dass sich Russland in die Abhängigkeit von westlicher Technologie begeben hat. Dafür habe Russland die Entwicklung der eigenen Technik vernachlässigt, die deshalb unterlegen sei.
200 Quadratkilometer Geländegewinn
Die US-Denkfabrik «Institute for the Study of War» (ISW) spricht von gut 200 Quadratkilometern Staatsgebiet, das die Ukraine zurückerobert hat.
Das entspricht einem Gebiet, das grösser ist als die Fläche von Liechtenstein. Den Geländegewinn soll die Ukraine von vergangenem Mittwoch bis Sonntag erreicht haben.

Zum Vergleich: Im gesamten Monat Dezember konnte Russland nur 244 Quadratkilometer an Fläche gewinnen.
Laut dem ISW nutzte die Ukraine wahrscheinlich «die Blockierung des Zugangs der russischen Streitkräfte zum Satellitensystem Starlink» aus.
Russen-Angriffe haben nach Entscheid von Elon Musk abgenommen
Vor der Abschaltung hatte Elon Musk «Massnahmen» angekündigt, um der Nutzung der Starlink-Technologie durch den Kreml ein Ende zu setzen. Kurzfristig scheinen die Auswirkungen spürbar zu sein.
Der Geländegewinn der Ukraine scheint also tatsächlich durch den Starlink-Ausfall begünstigt worden zu sein. «Kurzfristig sieht man schon, dass Russlands Drohnenangriffe, die über Starlink gesteuert worden sind, abgenommen haben», bestätigt Hayoz.
Man werde in einigen Wochen besser sehen können, welche Folgen der Ausfall von Starlink gehabt habe.
«Aber all dies wird nichts daran ändern, dass Russland weiterhin Angriffe auf die Ukraine führen wird», sagt der Politikwissenschaftler.





















