Obwohl es schneit – Skibeizen in Gstaad sind voll
Die Lawinengefahr ist schweizweit weiterhin hoch. In Gstaad erfahren die Beizen jedoch trotzdem hohen Ansturm. Alle Entwicklungen im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Wallis ist an einigen Orten innert zwei Tagen über 1,5 Meter Schnee gefallen.
- Die Schneefälle sorgten für Verkehrsbehinderungen und zeitweise sehr grosse Lawinengefahr.
- In Gstaad müssen die Beizen derweil gar Gäste ablehnen, weil das Aufkommen zu gross ist.
- Alle Entwicklungen gibt es hier im Liveticker.
Kräftige Schneefälle haben in den Schweizer Alpen seit Sonntag für grosse Neuschneemengen gesorgt. Vielerorts fielen 50 bis 100 Zentimeter Schnee, lokal sogar noch mehr.
Die Folge: Strassen müssen gesperrt werden, Touristen sitzen fest. Es kommt zu Zugausfällen und Verspätungen. Am Dienstag wurde die Lawinengefahr zeitweise sogar auf die höchste Stufe angehoben. Am Mittwoch bleibt sie hoch.
Alle aktuellen Entwicklungen gibt es hier:
Skigebiet Saanenmöser in Gstaad gut besucht
16.45: Auch im Skigebiet Saanenmöser in Gstaad hat es kräftig geschneit. Zahlreiche Wintersportler tummeln sich auf den Pisten. Von der Angst vor der Lawinengefahr fehlt jede Spur.
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Vor allem die Beizen sind gut besucht, wie Nau.ch-Videos zeigen. Im Restaurant Lochstafel muss man gar Gäste ablehnen.
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«Zwei Plätze an der Bar sind noch frei», hiess es erst noch. Nach kurzer Rücksprache muss der Kellner die Gäste jedoch wegschicken: «Alles voll – die Küche ist auch grad am Anschlag.»
Auch das Bergrestaurant Saanerslochgrat ist bis auf den letzten Platz besetzt.
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Auch Strassen nach Arolla und Zinal wieder offen
15.11: Die Zufahrten nach Arolla und Zinal im Val d'Hérens Val d’Anniviers im Unterwallis wieder möglich.
Evakuierung von Walliser Dörfern aufgehoben
15.09: Die Gebiete Plateau de la Neuvaz, die Weiler Les Granges und Le Clou sowie das Dorf Ferret konnten ab 14.00 Uhr wieder von Touristinnen und Touristen sowie Einwohnerinnen und Einwohnern betreten werden.

Strasse nach Saas-Fee ab 16.00 Uhr wieder offen
14.53: Die Strasse zwischen Saas-Balen und Stalden im Wallis soll am Mittwoch um 16.00 Uhr in beiden Richtungen wieder geöffnet werden.
Die Strecke war aufgrund der hohen Lawinengefahr am Montagabend gesperrt worden. Dadurch wurden Saas-Fee, Saas Grund und Saas-Almagell von der Aussenwelt abgeschnitten.

Autos und Busse können wieder auf der Hauptstrasse zwischen dem Saastal und Visp verkehren. Auch Busse können am Nachmittag wieder fahren: Der erste Bus fährt um 15.50 Uhr von Saas Fee in Richtung Visp.
Coop-Lieferungen per Helikopter für das Saastal
13.51: Weil die Strasse ins Saastal nachwievor geschlossen ist, transportiert Coop seine Waren nun auf dem Luftweg.
Gegenüber Nau.ch erklärt der Detailhändler: «Mittlerweile hat Coop Helikopterflüge für den Warentransport organisiert. Dieser läuft derzeit.»
So könnten die Filialen in Saas-Grund und Saas-Fee wieder mit Frischprodukten beliefert werden, heisst es. «Damit leistet Coop einen wichtigen Beitrag zur Grundversorgung mit Lebensmitteln.»
Schlittenhunderennen im Berner Oberland abgesagt
13.41: Das internationale Schlittenhunderennen vom Wochenende in Gadmen BE ist abgesagt worden. Als Grund nennen die Veranstaltenden die Lawinensituation.

Starke Schneefälle, Verwehungen und die erhöhte Lawinengefahr liessen eine sichere Durchführung der Rennen nicht zu, schreiben sie auf ihrer Internetseite. Die Sicherheit von Teilnehmenden, Helfenden und Zuschauenden habe oberste Priorität.
Zugstrecke bei Goppenstein bleibt länger zu
13.14: Die BLS hat mitgeteilt, dass die Bahnstrecke zwischen Goppenstein und Hohtenn im Wallis noch länger gesperrt bleibt.
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Am Montag hatte das Bahnunternehmen gegenüber Nau.ch erklärt, die Strecke bleibe bis Samstagmorgen geschlossen. Nun ist klar: Die Sperrung dauert gar bis Montagmorgen um 05.30 Uhr an.
Grund für die Verlängerung ist die anhaltend hohe Lawinengefahr im Gebiet. Aus diesem Grund konnte noch nicht mit der Bergung des entgleisten BLS-Zugs begonnen werden.
Saastal abgeschnitten: Coop prüft Heli-Lieferungen
11.22: Weil die Strasse ins Saastal weiterhin gesperrt ist, leeren sich bei Migros und Coop vor Ort langsam die Regale.
Auf Anfrage von Nau.ch erklärt Detailhändler Coop zur Situation: «Coop steht in engem Austausch mit den zuständigen Behörden und Verantwortlichen vor Ort.»

Gestützt darauf entscheide man über notwendige Massnahmen bei der Warenlieferung. Dabei habe Sicherheit oberste Priorität, so Coop.
Man prüfe mit den Verantwortlichen vor Ort stets alternative Transportmöglichkeiten. Etwa mit dem Helikopter. So habe man auch 2024 Lieferungen ins Saastal gebracht, als die Strasse wegen eines Erdrutsches gesperrt blieb.
Die Migros will die Lage indes weiter beobachten, wie sie gegenüber Nau.ch erklärt. «Im Moment ziehen wir den Lufttransport nicht in Betracht.»
Strassen nach Zermatt und ins Saastal weiterhin gesperrt
10.39: Die Zufahrtsstrassen in die Walliser Seitentäler Saas Grund, Saas Fee und Zermatt sind weiterhin nicht befahrbar. Gesperrt bleiben auch die Furka- und Sustenstrasse im Kanton Uri.
Die Zufahrt zu mehreren Seitentälern im Oberwallis ist bereits seit zwei Tagen nicht möglich. Die Hauptstrasse nach Saas Grund und Saas Fee ist ebenso wie die Strasse nach Zermatt VS weiterhin gesperrt.
Dort donnerte erst am Dienstag eine Lawine ins Tal, wie mehrere Videoaufnahmen zeigen.
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Wegen Lawinengefahr gesperrt bleiben vorerst auch die Furkastrasse von Hospental nach Realp. Sowie die Sustenstrasse von Wassen nach Meien im Kanton Uri.
Wieder befahrbar ist indes die am Dienstag wegen Lawinengefahr gesperrte Seestrecke der Klöntalerstrasse zwischen Rhodannenberg und Vorauen im Kanton Glarus.
Auch Strasse von Goppenstein nach Gampel wieder geöffnet
09.38: Nebst dem Autoverlad konnte am Mittwochmorgen auch die A6 zwischen Goppenstein und Gampel wieder in Betrieb genommen werden. Das teilt das Astra in einer Medienmitteilung mit.

Die Strasse war am Montagabend für den Verkehr gesperrt worden. Grund war die hohe Gefahr einer Lawine im Gebiet.
Autoverlad durch den Lötschberg nach Lawine wieder offen
09.19: Die BLS hat den am Montag eingestellten Autoverlad zwischen Kandersteg BE und Goppenstein VS wieder in Betrieb genommen.

Seit 08.30 Uhr sind die Zufahrtsstrassen von Gampel-Steg VS sowie Wiler VS aus wieder befahrbar, teilte die BLS am Mittwoch mit.
Dies, nachdem am Montag eine zuvor abgegangene Lawine einen Passagierzug der BLS zum Entgleisen gebracht hatte.
Heute gibt's auch Schnee im Flachland
05.00: Nach einer kurzen Wetterberuhigung am Dienstagabend hat in der Nacht vorübergehend eine Niederschlagspause eingesetzt. Seit den frühen Morgenstunden breitet sich von Westen her aber erneut Schneefall aus. Auch im Flachland sind stellenweise nochmals winterliche Strassenverhältnisse möglich.
Im Tagesverlauf steigt die Schneefallgrenze allmählich auf 800 bis 1300 Meter, nur im Nordosten bleibt sie laut «SRF Meteo» tiefer. In den Alpen werden meist weitere 5 bis 15 Zentimeter Neuschnee erwartet, bevor die Niederschläge am Nachmittag nach Norden abziehen.

Für die kommenden Tage kündigen sich weitere Störungen mit Schnee und Regen an. Dazu kommt auf den Bergen zeitweise starker Wind mit Sturmböen.
Die Schneefallgrenze sinkt zunächst wieder gegen 800 bis 1000 Meter, bevor sie am Samstag erneut auf etwa 1300 Meter ansteigt. Oberhalb davon können am Alpennordhang bis zum Wochenende zusätzliche 20 bis 60 Zentimeter Schnee fallen.
Lawinensituation bleibt angespannt
Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) erwartet auch für Mittwoch verbreitet grosse Lawinengefahr der Stufe 4 von 5. Im Bulletin vom Dienstag um 17 Uhr schrieb das SLF:
«Die spontane Lawinenaktivität nimmt mit dem Abklingen der Schneefälle ab. In der Nacht auf Mittwoch sind einzelne spontane Lawinen noch möglich.»

Dabei werden der nördliche Alpenhauptkamm, das Wallis und das Gotthardgebiet aös Risikogebiete genannt. Aber auch das nördliche Tessin, Nordbünden und das Unterengadin gehören für den Abgang einer Lawine dazu.
Das nächste Update vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung des Bundes gibt es am Mittwoch um 8 Uhr.












